Pokemon Go in der Kirche

Pokemon Go Kirche

Im russischen Jekaterinburg wird ein Blogger zu drei Jahren Haft verurteilt. Zwar handelt es sich nur um eine Bewährungsstrafe, es ist allerdings der Grund, der Aufmerksamkeit erregt. Der Tatbestand: Pokemon Go in der Kirche gespielt. Durch das Filmen und der Bereitstellung dieses Films an die Öffentlichkeit, hat sich Sokolowski nach richterlicher Entscheidung strafbar gemacht. 

Pokemon Go…to jail

Die erste Frage die uns und sicher auch euch bei solchen absurden Schlagzeilen durch den Kopf schießen: Wer zur Hölle spielt denn noch Pokemon Go? Der Hype hat sich ausgehyped, mit dem Einzug des Winters gab sich die AR Innovation Niantics zunächst einmal geschlagen. Sicherlich wird das Mobile Game unter sommerlicheren Bedingungen wieder Aufschwung bekommen, nichts desto trotz ist die Schlagzeile verwunderlich. Doch das eigentliche Video, das der russische Blogger auf YouTube veröffentlicht hat, ist schon fast ein Jahr alt.

Das Urteil wurde allerdings jetzt erst gesprochen. Die Anklage? „Verletzung religiöser Gefühle“ und „Anstachelung von Hass“. 
Vom sekularen Staat Russland, wie er in Artikel 14 der russischen Verfassung festgelegt wird – keine Spur.
Höchstbelastend und weiter von der Kriminalität Sokolowskis zeugend, war ein Tech Gadget. Genauer gesagt handelte es sich um einen Stift mit integrierter Kamera, der bei einer aus der Verhandlung über das Video hervorgehenden Durchsuchung sichergestellt wurde. Way to go Russia.

Zweifelhafte Motive

Sokolowski selbst streitet die Vorwürfe natürlich ab. Er sei vielleicht ein Idiot, aber das mache ihn noch längst nicht zum Extremisten, verteidigte sich der junge Russe. Warum hier seine eigene Wortwahl auf „Idiot“ fällt, wird klar wenn man sich die Vergangenheit des Bloggers anschaut. Viele Videos auf dem Kanal Sokolowskis greifen Gläubige an, parodieren sie und verleugnen zentrale religiöse Figuren. Zusätzlich handelte es sich bei der Kirche nicht um irgendeine Kirche, sondern um ein Gotteshaus mit enormer Bedeutung für russisch-orthodoxe Gläubige. Doch auch dies war kein Zufall: Das Pokemon Go Video war laut eigenen Angaben ein Provokationsversuch, der offensichtlich mehr als erfolgreich war. Die Provokation wendete sich in diesem Fall jedoch eigentlich direkt gegen das erlassene Pokemon Go Verbot in Kirchen – nicht gegen Gläubige als Individuen. 

Letztendlich ist klar, dass Sokolowski keinesfalls ein unbeschriebenes Blatt ist und die ihm vorgeworfenen Tatbestände dank seiner Historie nur schwer von sich zu weisen sind. Es sind allerdings die daraus folgenden Anklagepunkte, die fraglich erscheinen und jede Meinungs-und Pressefreiheit missachten. Ob sich die Aktion für den russischen Blogger gelohnt hat, wissen wir nicht. Seine Verurteilung erregte zumindest eine Menge Aufmerksamkeit und stieß vor allem in der russischen Blogger Szene auf großes Missfallen. Uns stellt sich am Ende jedoch vor allem eine Frage: Das alles für ein Quapsel?

 

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