Das kobo aura H2O von Raku­ten im Test

Das kobo aura H2O (n250) ist eine wahre Über­ra­schung auf dem eBook Reader Markt. Es hat einen auf­fal­lend guten Kon­trast, der egal bei wel­cher Beleuch­tung extrem nahe an eine echte Buch­seite her­an­kommt. Zwar besitzt das Modell von 2014 nur“ 265 ppi (pixel per inch), doch die­ser Unter­schied fällt nur im direk­ten Ver­gleich auf. Der Touch­screen ist mit 6,8 Zoll noch­mal grö­ßer als die ande­ren Geräte unse­rer Test­reihe. Den Namen H2O ver­dankt das Gerät sei­ner was­ser­dich­ten Bau­weise. Durch diese leser­freund­li­che Ent­wick­lung kann das kobo aura H2O mehr als gut gegen die Kon­kur­ren­ten aus dem Hause Kindle, Pocket­Book oder tolino bestehen. Die Anzei­ge­qua­li­tät ist abso­lut unschlagbar !

Eine etwas andere Bauweise

Das kobo aura H2O von Raku­ten wirkt auf den ers­ten Blick etwas groß. Die Maße von 18 x 12,9 x 0,9 cm bestä­ti­gen die­sen Ein­druck. Doch dafür ist auch der Dis­play des Geräts mit einer Bild­schirm­dia­go­nale von 17,4 cm (6,8 Zoll) ent­spre­chend weit­läu­fi­ger. Der etwas grö­ßere Bild­schirm gefällt uns gut, da alle ande­ren eBook Reader wie das Pocket­Book Touch Lux 3, das tolino vision 4 HD oder das Kindle Voyage sich mit einem 6 Zoll Dis­play nicht von­ein­an­der abgrenzen.

Die Maße las­sen das Gerät aber nicht unan­ge­nehm in der Hand lie­gen. Das glatte Kunst­stoff­ge­häuse lässt sich gut grei­fen und ist mit 233 Gramm zwar rela­tiv schwer, aber das hin­dert nicht lange zu lesen. Die Front sieht durch glän­zen­des Mate­rial zwar gut aus, man sieht dar­auf jedoch jeden Fin­ger­ab­druck, was dem Glanz schnell etwas Gebrauchs­spu­ren“ verleiht.

Es sind keine erkenn­ba­ren Tas­ten an dem Gehäuse erkenn­bar. So ist auch der micro-USB-Anschluss, die Reset­taste und die Erwei­te­rung für den Spei­cher (microSD) an der unte­ren Kante des Geräts durch eine was­ser­dichte Abde­ckung geschützt. Der But­ton zum Ein- und Aus­schal­ten ist oben rechts am Gerät und bün­dig in den Rah­men eingefasst.

Die Start­seite

Der Start­bild­schirm des kobo aura H2O bedarf einer eige­nen Über­schrift. Grund dafür ist, dass sie etwas mehr Ein­le­sen erfor­dert als die der Kindle- oder Pocket­Book-Modelle. Die Mitte des Dis­plays neh­men gleich meh­rere Ange­bote ein. So kön­nen die aktu­el­len Top 50“ Titel oder neue Ver­sio­nen bereits vor­han­de­ner eBooks gewählt wer­den. Schön ist die Mög­lich­keit, direkt auf ver­schie­dene Kate­go­rien zuzu­grei­fen um darin zu stö­bern. Zudem sind die bei­den zuletzt ver­wen­de­ten Funk­tio­nen in der Mitte zur Schnell­aus­wahl festgehalten.

Ansons­ten bie­tet die Start­seite viel Hilfe für die Bedie­nung des Geräts. Es kann eine Quick Tour gestar­tet wer­den, Hilfe erbe­ten oder die Syn­chro­ni­sa­tion gestar­tet wer­den. Außer­dem wird die Pocket“-Funktion vor­ge­stellt, mit der Inter­net­ar­ti­kel für den eRe­ader gespei­chert wer­den kön­nen um sie ange­nehm auf dem aura H2O zu lesen (dafür muss ein Pocket-Konto ein­ge­rich­tet wer­den). Bücher kön­nen damit auch vor­ge­merkt und bewer­tet werden.

Am unte­ren Rand befin­den sich die klas­si­sche Aus­wahl mit der Biblio­thek, dem Shop und den Extras (Lese­sta­tis­ti­ken und Aus­zeich­nun­gen). Die Aus­zeich­nun­gen sind eine wit­zige Idee, so gibt es zum Bei­spiel die Rush­hour am Nach­mit­tag“, wenn man 5 Tage zur glei­chen Zeit ließt. Am Anfang was uns der Start­bild­schirm etwas zu voll gepackt, doch nach zwei bis drei Nut­zun­gen kommt man immer mehr auf den Geschmack der vie­len Optio­nen und kann eine schnelle Ver­lin­kung zu vie­len nütz­li­chen Funk­tio­nen genießen.

Das Betriebs­sys­tem gefällt

Nichts­des­to­trotz ist die Bedie­nung und das Manö­vrie­ren durch die ein­zel­nen Funk­tio­nen dank einem gut funk­tio­nie­ren­dem Linux Sys­tem sehr ein­fach und intui­tiv. Das kobo aura H2O bie­tet durch Kli­cken auf das obere Dis­play­vier­tel ein Schnell­wahl-Menü. Dar­über ist wie bei vie­len ande­ren eBook Readern die Hel­lig­keit ein­stell­bar, der Akkustand erkenn­bar (beide in Pro­zent), das Wlan akti­vier­bar und man kann schnell auf Hilfe“ und Ein­stel­lun­gen“ zugreifen.

Die Reak­ti­ons­zeit des n250 liegt bei ca. 1 bis 1,5 Sekun­den, was für einen eRe­ader ziem­lich lange ist. Nach jedem Drü­cken erscheint ein Ghost­ef­fekt, der den Bild­schirm kurz schwarz wer­den lässt. Das ist zwar stö­rend, aller­dings taucht er nur sehr kurz auf was vie­len ande­ren Model­len ähnelt. Schnel­les Tip­pen ist nicht wirk­lich mög­lich, das Sys­tem hängt sonst hinterher.

Schöne Beta-Fea­tures und ein tol­les Lesemenü

Auf­fal­lend unter den Stan­dard­op­tio­nen sind die sehr anpass­ba­ren Lese­ein­stel­lun­gen. Es lässt sich näm­lich aus­wäh­len, wo getippt wer­den muss um umblät­tern zu kön­nen. Das ist ein akzep­ta­bler Ersatz für das Feh­len von Blät­ter­tas­ten. Ein Was­ser­mel­der erkennt zudem Was­ser­trop­fen und reagiert nicht auf deren Druck, um Stö­run­gen zu ver­mei­den. Zwei tolle Anpas­sun­gen an die etwas eigene Bauweise.

Im Lese­mo­dus ist das Menü im unte­ren Dis­play­drit­tel. Darin kann wie bei den Gerä­ten von Pocket­Book, tolino oder Kindle die Schrift­art, die Schrift­größe und die Aus­rich­tung aus­ge­wählt wer­den. Funk­tio­nen wie Noti­zen hin­zu­fü­gen, Wör­ter nach­schla­gen oder Pas­sa­gen kopie­ren gesche­hen durch einen ein­fa­chen Fin­ger­druck auf die ent­spre­chen­den Wörter.

Die Beta-Fea­tures von Raku­ten sind ein wah­rer Mehr­wert für das kobo aura H2O. So kann zwi­schen den Büchern auf ein Sudoku in drei ver­schie­de­nen Schwie­rig­keits­gra­den zurück­ge­grif­fen wer­den, oder ihr befreit euer Auto aus kniff­li­gen Park­lü­cken. Außer­dem ist der obli­ga­to­ri­sche Web­brow­ser dabei und eine Zei­chen­funk­tion, um Ihr künst­li­ches Talent“ zu entdecken.

Die beste Anzei­ge­qua­li­tät auf dem Markt

Auch wenn das kobo aura n250 nicht über die bes­ten tech­ni­schen Eigen­schaf­ten ver­fügt, ist die Lese­qua­li­tät unver­gleich­bar. Die E Ink Carta Tech­no­lo­gie hebt sich durch einen sagen­haf­ten Kon­trast von den ande­ren Model­len ab. Zwar sind es nur 265 ppi (1430×1080 Pixel) die dem kobo aura H2O zur Ver­fü­gung ste­hen, doch der große 6,8 Zoll Dis­play und die tolle Abhe­bung von schwarz auf weiß las­sen eine super Anzei­ge­qua­li­tät zu.

16 Grau­stu­fen sor­gen auch bei vol­ler Beleuch­tung für ein Abhe­ben des Tex­tes. Die Beleuch­tung bleibt dabei sehr gleich­mä­ßig und erfüllt jede Ecke des gro­ßen Touch­screens. Zwar ist keine Farb­tem­pe­ra­tur anzu­pas­sen und es gibt dadurch keine Blau­licht­re­duk­tion, aller­dings ist der Dis­play auch bei vol­ler Beleuch­tung nicht ste­chend, son­dern muss durch den star­ken Kon­trast gar­nicht so stark beleuch­tet werden. 

Ohne Beleuch­tung hat das kobo aura H2O einen Kon­trast­wert von 8,98:1, was Spit­zen­wert ist. Noch bes­ser im Ver­gleich zu den Kon­kur­ren­ten schließt der eRe­ader aller­dings bei vol­ler Beleuch­tung ab. Mit 10:1 ist der Schwarz­ton zwar gleich wie der vom Kindle Paper­white, aller­dings ist mit ein biss­chen mehr Bild­schirm­hel­lig­keit der Kon­trast höher. So reiht sich das kobo aura H2O sogar noch vor dem Kindle Paper­white 2 ein.

Die Akku­lauf­zeit des Geräts ist nicht unter- aber auch nicht über­durch­schnitt­lich. Bei unse­rem aus­gie­bi­gen Test musste das Gerät gar­nicht gela­den wer­den. Erst nach ca. 7 Wochen musste das Gerät bei einer durch­schnitt­li­chen Lese­zeit von einer Stunde am Tag gela­den werden.

90 %

Gesamtbewertung

Fazit

Das kobo aura H2O sticht durch seine geniale Bildschirmqualität aus der Masse hervor. Der große Bildschirm lässt die etwas unhandlicheren Maße verkraften und auch die Beta-Funktionen tragen ihren Teil zu der guten Bewertung bei. Etwas langsam in der Reaktionszeit ist verkraftbar, da -und man kann es nicht oft genug sagen- die Anzeigequalität wirklich sehr gut ist.

Anzeigequalität (30%)

  • trotz „nur“ 265 ppi sehr gut durch tollen Kontrast

Bedienung (25%)

  • einfach und intuitiv

Verarbeitung (25%)

  • insgesamt sehr robust
  • lange Akkulaufzeit
  • glänzende Front zeigt direkt jeden Fingerabdruck

Preis (20%)

  • für die Leistung im guten Mittelfeld

Preisvergleich


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