Ama­zons Kindle Oasis im Test

Ama­zons 2016 erschie­ne­ner Kindle Oasis macht schon beim Aus­pa­cken was her. Ver­gleich­bar mit Apple Pro­duk­ten kommt es in einer Frus­tra­tion-Free“ Ver­pa­ckung und kann direkt in Betrieb genom­men wer­den. Auf­fal­lend posi­tiv ist die tolle Benut­zer­ober­flä­che und Hand­lich­keit, die den leich­tes­ten eRe­ader der Kindle-Reihe aus­zeich­nen. Eine druck­glei­che Auf­lö­sung ergän­zen das Bild. Unser Review über das leis­tungs­starke Kindle Oasis lässt ein größ­ten­teils posi­ti­ves Bild ent­ste­hen, das dadurch ein­fach mit dem Kindle Voyage oder dem merk­bar grö­ße­ren Pocket­Book Touch Lux 3 ver­gleich­bar ist.

Betreu­ung in Ama­zon Manier

Der Lie­fer­um­fang besteht neben dem übli­chen Lade­ge­rät aus dem eRe­ader selbst und einer funk­tio­na­len Hülle. Damit wird das Gerät näm­lich nicht nur aus­rei­chend geschützt, son­dern wird zudem um eine ganze Akku­leis­tung erwei­tert. Mona­te­lange Lese­zeit ohne Laden wird damit ver­spro­chen, was jedoch lei­der nicht gehal­ten wer­den kann (dazu spä­ter mehr).

Nach der ers­ten Inbe­trieb­nahme stellt man schnell fest, dass das Gerät aus dem Hause Ama­zon stammt. Nicht außer­ge­wöhn­lich ist des­halb, dass sich über ein Ama­zon-Konto ange­mel­det wer­den muss, um das Kön­nen des Oasis voll aus­zu­schöp­fen. Dies getan, kön­nen in einer Liste ver­schie­dens­ter Gen­res die Vor­lie­ben des Nut­zers ange­klickt wer­den, um eine per­so­na­li­sierte Emp­feh­lungs­liste zu gene­rie­ren. Zusätz­lich wird auto­ma­tisch ein 7-Tage-Pass für Kindle unli­mi­ted“ akti­viert, mit dem mehr als eine Mil­lion Bücher kos­ten­frei zugäng­lich sind.

Der bis­her leich­teste und dünnste Kindle

Die Form des eBook Readers ist beson­ders durch sein schlan­kes, hand­li­ches und asym­me­tri­sches Auf­tre­ten bestimmt. Mit nur 14,3 x 12,2 x 0,3 – 0,8 cm (H x B x T) ist das Oasis im Ver­gleich zum Pocket­Book oder tolino win­zig und büßt trotz­dem nicht an prak­ti­scher Bedie­nung ein. Denn obwohl ein schnell reagie­ren­der Touch­screen für Kom­fort sorgt, befin­den sich an der rech­ten Seite des Geräts zwei kleine Blät­ter­tas­ten, über die beim Lesen -wie der Name schon sagt- umge­blät­tert wer­den kann. Die Blät­ter­tas­ten sind nicht umsonst rechts ange­bracht, soll die ergo­no­mi­sche Form doch für ein leich­tes Hal­ten und Lesen sorgen.

Die rechte Kante hat eine Tiefe von 0,8 cm und die beab­sich­tigte Gewich­tung soll wie ein umge­schla­ge­ner Buch­rü­cken die opti­male Balance in der Hand schaf­fen. Auch wenn sich das nach Mar­ke­ting-Gag anhört, ist unse­rer Mei­nung nach was dran an der gelun­ge­nen Idee. Links­hän­der brau­chen dabei übri­gens keine Angst haben, der Dis­play und die Blät­ter­tas­ten pas­sen sich der Hand­hal­tung an und dre­hen sich um 180 Grad.

Mit­ge­lie­fer­tes Smart Cover

Die schmale Seite, die ca. zwei Drit­tel des eBook Readers ein­nimmt, hat mit einer Tiefe von nur 0,3 cm erstaun­lich dünne Maße. Das Rein­ge­wicht von nur unglaub­li­chen 138 Gramm ver­dankt das Oasis jedoch nicht nur den klei­nen Abmes­sun­gen, auch der metall­be­schich­tete, leichte und trotz­dem robuste Rah­men trägt sei­nen Teil dazu bei. Sollte das Gerät irgendwo ver­staut wer­den müs­sen, kann die mit­ge­lie­ferte Leder­hülle Abhilfe schaf­fen. Ver­bun­den wer­den kann das Oasis mit dem Smart Cover über einen Magnet, wor­auf­hin die Rück­seite in der Tiefe fast aus­ge­gli­chen wird. Zuge­klappt hält ein Magnet die Lade­hülle sicher am Dis­play, beim Auf­klap­pen sorgt die Wake Funk­tion für ein Ein­schal­ten des Displays.

Wie bereits erwähnt ist das 98 Gramm leichte Smart Case mit einem wei­te­ren Akku aus­ge­stat­tet, wodurch 1290 zusätz­li­che“ Mil­li­am­pere­stun­den gelie­fert wer­den. Zusätz­lich ist jedoch rela­tiv zu sehen, da der fest ver­baute Akku nur 245 Mil­li­am­pere­stun­den besitzt. Damit ist bei Wi-Fi-Nut­zung und hoch ein­ge­stell­ter Hel­lig­keit des Dis­plays bei bereits nach zwei bis drei Stun­den Schluss. Dank der Lade­hülle kön­nen ca. 12 Stun­den gele­sen wer­den. Je nach Ein­stel­lun­gen, Online-Sta­tus und Hel­lig­keit kann sich dies gege­be­nen­falls auch im Bereich um die 20 Stun­den oder höher einstellen.

Gela­den wird die Hülle nur über den ver­bun­de­nen eRe­ader, der mit ein­fa­chem mini USB ange­schlos­sen wer­den kann. Ver­gli­chen mit ande­ren eRe­adern wird jedoch auch mit Smart Cover abso­lut keine kon­kur­renz­fä­hige Akku­lauf­zeit ange­bo­ten. So lau­fen zum Bei­spiel das Touch Lux 3 oder das tolino vision 4 HD deut­lich län­ger. Der lang­le­bigste Kindle Akku“ passt sich damit der Kindle Reihe an und steht ande­ren Model­len in Sachen Bat­te­rie­lauf­zeit etwas nach.

Ange­pass­tes Android funktioniert

Im Gegen­satz zum Akku über­zeugt der Kindle Oasis mit sei­nem Betriebs­sys­tem. Wie auch das Kindle Voyage ist ein ange­pass­tes Android (Linux) Betriebs­sys­tem auf dem Gerät instal­liert, das die Bedie­nung gut an den Leser anpasst und sich zugleich leicht bedie­nen lässt. Der Start­bild­schirm zeigt die gespei­cher­ten Bücher, die indi­vi­du­elle Emp­feh­lungs­liste und eine Art Wunsch­liste mit Büchern die ihr im Shop für einen spä­te­ren Kauf mar­kie­ren könnt. Dar­über befin­det sich die Haupt-Bedien­leiste, auf der sich ein Start­seite“-, ein zurück“-, ein Ein­stel­lun­gen“- und ein Shop“-Button fin­den las­sen. Dane­ben kann eine Schnell­su­che nach Büchern (sowohl für eure Biblio­thek, als auch für den Shop) gestar­tet werden. 

Linux ist ursprüng­lich ein Com­pu­ter-Betriebs­sys­tem, das 1991 von dem fin­ni­schen Stu­dent Linus Tor­valds als Open Source-Pro­jekt ins Leben geru­fen wurde. Mitt­ler­weile ist es ein hoch­sta­bi­les, sehr schnel­les und voll funk­ti­ons­fä­hi­ges Unix ähn­li­ches Betriebs­sys­tem, das von Tau­sen­den im Inter­net wei­ter­ent­wi­ckelt wird und frei nutz­bar für jeden ist.

Auch an die Kin­der wird gedacht

Die Fea­tures der Soft­ware befin­den sich am rech­ten Rand der Tas­kleiste. Drei Punkte signa­li­sie­ren ein Drop-Down Menü, das zusätz­lich die Funk­tio­nen Voka­bel­trai­ner“, Beta-Brow­ser und Kindle Fre­e­Time“ anbie­tet. Die letzte Funk­tion lässt euch Bücher abspei­chern, die ihr für Kin­der geeig­net seht und es las­sen sich ent­spre­chend Lese­ziele set­zen. Der Voka­bel­trai­ner ergänzt sich auto­ma­tisch um die Wör­ter, die ihr beim Lesen nach­schlagt und las­sen sich im Pro­gramm wiederholen.

Die Eintel­lun­gen gibt es in zwei Lay­outs. In der Bedien­leiste ange­klickt erscheint erst ein Menü, das den hal­ben Bild­schirm über­la­gert. Dar­über kann der Flug­mo­dus ein- und aus­ge­schal­tet wer­den, die Syn­chro­ni­sa­tion gestar­tet und das Licht regu­liert wer­den. Zusätz­lich sieht man den genauen Akkustand vom Oasis und der Hülle in Pro­zent. Ein wei­te­rer But­ton öff­net dann alle Ein­stel­lun­gen“. Dar­un­ter las­sen sich die Jus­tie­run­gen für das ange­mel­dete Ama­zon-Konto vor­neh­men und die soge­nannte Haus­halt und Fami­li­en­bi­blio­thek“ steu­ern. Bis zu zwei voll­jäh­rige Pro­file kön­nen bis zu vier Kin­der­pro­file ein­stel­len und diese mit Inhalt füllen.

Unter den Gerä­te­funk­tio­nen kann ein Pass­wort zum Ent­sper­ren fest­ge­legt wer­den und die Lese­op­tio­nen ermög­li­chen das Ein­stel­len der Voka­bel-Kar­tei­kar­ten und wann eine Seite aktua­li­siert wer­den soll. Ähn­lich wie bei dem Touch Lux 3 kann nach jedem Umblät­tern aktua­li­siert wer­den, um einen mög­li­chen Ghost­ef­fekt zu minimieren.

Tolle Auf­lö­sung und Lesbarkeit

Der 6 Zoll Glas­dis­play zeigt in der Stan­dard­ein­stel­lung 22 Zei­len an, wobei diese in gewohn­ter Seri­fen­schrift gezeigt wer­den. Alle Menü­punkte erschei­nen seri­fen­los. Durch das Drü­cken des Touch­screens mit zwei Fin­gern kann die Schrift­größe aber direkt geän­dert wer­den. Durch Druck auf das obere Vier­tel des Bild­schirms erscheint die Bedien­leiste und somit die Mög­lich­keit zur Start­seite zurück zu gelan­gen. Das Lesen macht Spaß, durch die leichte Bau­weise und die phy­si­schen Knöpfe zum Umschla­gen an der Seite merkt man gar nicht wie die Zeit vergeht.

Die Schärfe ent­spricht der glei­chen wie bei gedruck­tem Papier, näm­lich 300 ppi (pixels per inch). Das gleicht dem neuen Kindle Paper­white Modell. Außer­dem ist eine hohe Hel­lig­keit ein­stell­bar, auch wenn diese auf­grund des schwa­chen Akkus nicht zu emp­feh­len ist. Der Dis­play ist spie­gel­re­sis­tent und lässt sich bei hoher Beleuch­tung, z.B. durch die Sonne, immer noch super lesen.

Ver­wen­det wird dafür die E Ink Carta Tech­no­lo­gie, die für das schmale Design wohl etwas ange­passt wer­den musste. Bei mitt­le­rer Beleuch­tung macht sich das im Kon­trast aller­dings nicht bemerk­bar. Mit 7,97:1 liegt der Oasis im Mit­tel­feld. Der Reader hat bei vol­ler Beleuch­tung einen Kon­trast von 9,89:1, was ihn in die obere Hälfte der getes­te­ten Modelle hebt. Anders als beim Kindle Voyage (sechs LEDs) wird die Beleuch­tung von sat­ten zehn LEDs über­nom­men, die den Bild­schirm regel­recht flu­ten. Die hohe Auf­lö­sung, der Kon­trast und die Beleuch­tung sind defi­ni­tiv das Aus­hän­ge­schild des ultra­kom­pak­ten Flagg­schiffs von Amazon.

85 %

Gesamtbewertung

Fazit

Der Kindle Oasis überzeugt durch tolles Design, eine gewisse Leichtigkeit und eine einfache Bedienung. Es ist sozusagen der „Porsche“ unter den eReadern, der mit 300 ppi ein gestochen scharfes Bild liefert. Leider wird die gute Auflösung und die einfache Bedienoberfläche durch den schwachen Akku etwas in den Schatten gestellt.

Anzeigequalität (30%)

  • mit 300 ppi sehr gut

Bedienung (25%)

  • einfach und intuitiv

Verarbeitung (25%)

  • insgesamt sehr robust
  • tolles Design
  • Akkulaufzeit sehr schwach

Preis (20%)

  • tolle Qualität aber auch sehr hoher Preis

Preisvergleich


Artikel teilen:
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePin on PinterestShare on TumblrShare on RedditShare on LinkedIn