Das Kindle Voyage von Ama­zon im Test

Das Kindle Voyage wird aus­ge­zeich­net durch mobile Inter­net­fä­hig­keit („Whis­per­net“) bis zu 3G. Was das für Vor­teile hat und was dafür auf der Stre­cke bleibt wird sich im fol­gen­den Test­be­richt zei­gen. Die Bedie­nung und die Ober­flä­che sind bis auf wenige Details gleich mit der des Kindle Oasis. Den­noch sticht das Kindle Voyage durch einen her­vor­ra­gen­den Kon­trast, inno­va­tive Blät­ter­tas­ten und den Hel­lig­keits­sen­sor her­aus. Mit 300 ppi (pixels per inch) bei einem 6 Zoll Dis­play kann der eBook Reader trotz sei­nes älte­ren Bau­jahrs (2014) gut mit allen ande­ren Model­len, wie dem Pocket­Book, tolino vision 4 HD oder dem kobo aura H2O mithalten.

Kom­fort­ver­bes­se­run­gen auf vie­len Ebenen

Das Kindle Voyage macht beim ers­ten Aus­pa­cken kei­nen außer­ge­wöhn­li­chen Ein­druck für einen eRe­ader. Mit den Maßen 16,2 x 11,5 x 0,7 cm hat es abso­lute Stan­dard­ab­mes­sun­gen für einen 6 Zoll eBook Reader. Der Ein- und Aus­schalt­knopf liegt auf der Rück­seite des Geräts, wäh­rend sonst keine Tas­ten auf­fal­len. An der unte­ren Kante fin­det man den micro-USB-Ste­cker, über den der eRe­ader gela­den wird. Ledig­lich die schma­len Strei­fen an den Sei­ten des Touch­screen fal­len auf. Zwei schmale Strei­fen stel­len die neuen Blät­ter­tas­ten da. Der aus­zu­übende Druck ist zwi­schen drei Stu­fen aus­zu­wäh­len, anschlie­ßend kann man beim Lesen bequem über das Drü­cken der Blät­ter­tas­ten umblättern.

Über den Strei­fen befin­den sich zwei kleine Punkte für den Licht­sen­sor. Diese regeln nicht nur das Front­licht des Bild­schirms je nach Licht­ein­strah­lung, son­dern den­ken“ mit. Damit ist gemeint, dass nicht bei jeder Ände­rung des Umge­bungs­lichts die Dis­play­hel­lig­keit geän­dert wird, son­dern dass je nach Ein­stel­lung, das Voyage das Front­licht lang­sam und ange­nehm für die Augen run­ter- oder hoch­re­gu­liert. Das ist nicht ganz so aus­ge­klü­gelt wie beim tolino vision 4 HD, doch der Ansatz ist mehr als gut. Die Akti­vie­rung die­ser Funk­tion kann sim­pel über die Schnell­ein­stel­lun­gen“ in der Tas­kleiste vor­ge­nom­men wer­den (dazu spä­ter mehr).

Auch direkt ins Auge fal­lend ist, dass der eRe­ader Inter­net­emp­fang anzeigt, ohne dass man ihn mit dem Wlan-Netz ver­bun­den hat. Ein­ge­baut ist näm­lich ein nor­ma­ler Inter­net­emp­fän­ger, der ähn­lich wie Smart­pho­nes die Schnel­lig­keit zwi­schen Edge“ und 3G“ unter­schei­det. Dadurch sind nütz­li­che Fea­tures wie das Nach­schla­gen unbe­kann­ter Wör­ter in wiki­pe­dia auch von unter­wegs mög­lich. Auch der Shop steht jeder­zeit zur Ver­fü­gung und für neue Bücher ist immer und über­all gesorgt. Alle Tests, unter ande­rem des Shops und der Nach­schlag-Funk­tion, usw. haben wir nur über mobi­les Inter­net gemacht. Es funk­tio­niert ein­wand­frei und in einer sehr zufrie­den­stel­len­den Geschwin­dig­keit. Selbst­ver­ständ­lich haben wir auch das Wlan getes­tet und das ist typisch für Ama­zon Kindle eRe­ader schnell.

Linux leis­tet gute Arbeit

Wie auf allen ande­ren Kindle ist auch auf dem Voyage ein Linux Betriebs­sys­tem instal­liert. Des­halb ist die Ober­flä­che der Start­seite bei bei­den Model­len gleich. Die Bedien­leiste am obe­ren Touch­screen-Rand ent­hält einen But­ton für die Start­seite“, Schnell­ein­stel­lun­gen“, den Shop“ und zum zurück“-Gehen. Zusätz­lich ist eine Schnell­su­che inte­griert, die sowohl in eurer Biblio­thek, als auch im Shop nach den ein­ge­ge­be­nen Stich­wör­tern suchen kann.

Am Ende der Tas­kleiste befin­det sich ein Drop-Down Menü, das die Zusatz­fea­tures Kindle Fre­e­Time“, den Voka­bel­trai­ner und den Beta-Brow­ser anbie­tet. Kindle Fre­e­Time ist eine zusätz­li­che Funk­tion für Eltern, deren Kin­der auch den eRe­ader nut­zen. Dar­über kann ein Pass­wort zum Ent­sper­ren des Voyage fest­ge­legt wer­den, Kin­der­bü­cher aus­ge­wählt und Lese­ziele gesetzt wer­den. Der Voka­bel­trai­ner spei­chert alle nach­ge­schla­ge­nen Worte und lässt euch die unbe­kann­ten Wör­ter noch­mal wie­der­ho­len. Bekannt ist dies auch von dem Kindle Paper­white und gibt es bis­her nur bei den eRe­adern von Amazon.

Des Wei­te­ren stellt euch der Start­bild­schirm eure Biblio­thek mit Buch­co­vern zur Ver­fü­gung, sowie eine von euch erstellte Wunsch­liste und exklu­sive, ange­passte Emp­feh­lun­gen. Die Emp­feh­lungs­liste wird anhand von Gen­re­an­ga­ben erstellt, die zu Anfang von euch abge­fragt werden.

Schar­fer Kon­trast und tolle Anpassungen

An der Qua­li­tät des Dis­plays wurde merk­lich gefeilt. Auch hier ist die bekannte E Ink Carta Tech­no­lo­gie ver­baut. Nicht nur der smarte Hel­lig­keits­sen­sor unter­stützt ein bes­se­res Lese­ge­fühl, auch die Auf­lö­sung von 300 ppi (1448×1072 Pixel) und der gute Kon­trast ste­chen im wahrs­ten Sinne des Wor­tes ins Auge. Mit vol­ler Hin­ter­grund­be­leuch­tung kommt die E Ink Carta Tech­no­lo­gie des Kindle Voyage auf einen Best­wert von 10,5:1, unschlag­bar im Ver­gleich zu allen ande­ren Gerä­ten. Auch ohne Front­licht liegt das Kindle Voyage bei die­sem Ver­gleich auf Platz zwei, denn mit 8,48:1 muss es sich nur dem kobo aura H2O geschla­gen geben.

Im Lese­mo­dus hat sich Kindle dem Trend ange­passt und bie­tet ein umfang­rei­che­res Lese­menü. Drückt man auf eine Buch­seite in das obere Vier­tel des Bild­schirms, erscheint die bereits beschrie­bene Bedien­leiste des Start­bild­schirms und dar­un­ter eine Zusätz­li­che um Ein­stel­lun­gen fürs Lesen vor­zu­neh­men. Es kann näm­lich zwi­schen gan­zen acht Schrift­sti­len aus­ge­wählt wer­den und eben­falls zwi­schen acht Schrift­grö­ßen. Auch der Abstand, die Aus­rich­tung und die Maße der Rän­der kann indi­vi­du­ell ein­ge­stellt werden.

Damit schafft es das Kindle Voyage mit dem von uns gelob­ten Lese­menü des tolino vision 4 HD gleich­zu­zie­hen. Es ist zwar erst durch einen Klick mehr zu errei­chen, dafür kann durch die Inter­net­funk­tion face­book- oder twit­ter-Freun­den ein Buch direkt emp­foh­len wer­den. Zudem kann direkt zu Noti­zen“ gegan­gen wer­den, um expor­tierte Mar­kie­run­gen oder Pas­sa­gen des Buches ein­se­hen zu können.

Ein­stel­lun­gen und Bedie­nung intuitiv

Wie jeder eBook Reader unse­rer Test­reihe ist die Bedie­nung des Kindle Voyage von Ama­zon nicht schwer und kann intui­tiv direkt in Angriff genom­men wer­den. Durch die Page­Press Tech­no­lo­gie wird diese ein­fa­che Steue­rung unter­stützt. Klickt man auf das Zahn­rad in der Bedien­leiste erschei­nen zunächst die Schnell­ein­stel­lun­gen. Dar­über kann der Flug­mo­dus ein- und aus­ge­schal­tet und das Voyage syn­chro­ni­siert wer­den. Auch das Front­licht kann gere­gelt wer­den oder man akti­viert über ein Häk­chen die auto­ma­ti­sche Hel­lig­keit“. Ein Kli­cken auf das zweite Zahn­rad lässt einen in die vol­len Ein­stel­lun­gen gelangen.

Neben der Ver­wal­tung der Wlan-Ver­bin­dun­gen kann über Anmel­dung und Haus­halt“ die Benut­zer­kon­ten und die Fami­li­en­bi­blio­thek ange­passt wer­den. In den Lese­op­tio­nen kann Word Wise“ akti­viert wer­den, das auch das Ama­zons Kindle Oasis und Kindle Paper­white besitzt. Unklare Wör­ter wer­den nach Ankli­cken als Kar­tei­kar­ten im Voka­bel­trai­ner abge­legt und ihr könnt euern Wort­schatz mehr und mehr erweitern.

Neu sind die Ein­stel­lun­gen zu Sozia­len Netz­wer­ken, über die eure ange­mel­de­ten Kon­ten ver­wal­tet wer­den kön­nen um Buch­aus­züge zu emp­feh­len. Eben­falls neu sind die Anpas­sun­gen der PagePress“-Funktion. Dar­un­ter kann die Druck­härte ein­ge­stellt wer­den, die für die inno­va­ti­ven Blät­ter­tas­ten auf­ge­wen­det wer­den muss um eine Seite umzu­schla­gen. Das Gerät kann über Page­Press bei Bedarf Rück­mel­dung über Vibra­tion und einen lei­sen Sound geben. Das macht die Page­Press-Funk­tion zu einem sehr nütz­li­chen Tool der Kindle-Reihe. Zudem ist die Ver­pa­ckung der Blät­ter­tas­ten im Rah­men des Voyage und ohne wei­tere phy­si­sche Tas­ten sehr gelungen.

Whis­per­sync

Wer bei tech­ni­schen Gerä­ten gerne über eine Cloud arbei­tet, wird Whis­per­sync für Bücher“ von Kindle mögen. Es spei­chert Anmer­kun­gen, Sei­ten­zah­len, Noti­zen, Kar­tei­kar­ten, etc. auf einem Ama­zon-Ser­ver und stellt diese auf einem ande­ren Gerät für euch wie­der bereit. Ob das für eRe­ader wirk­lich not­wen­dig ist bleibt dahin gestellt, für man­che ist es aber sicher­lich ein sinn­vol­les Fea­ture. Diese und viele andere Zusatz­funk­tio­nen las­sen das Kindle Voyage zu einem sehr guten eRe­ader werden.

Für einen Kindle, die meis­tens durch einen schwa­chen Akku cha­rak­te­ri­siert wer­den, lie­fert das Kindle Voyage eine sta­bile Akku­lauf­zeit, die auch durch mobi­les Inter­net und die smarte Beleuch­tung nicht zu schnell abbricht.

88 %

Gesamtbewertung

Fazit

  1. Das Kindle Voyage von Amazon ist handlich, innovativ und besticht durch eine tolle Auflösung inklusive herausragendem Kontrast. Das automatische Frontlicht und das mobile Internet „Whispernet“ sind nicht nur zusätzliche Spaßfunktionen, sondern bringen Amazons Kindle Voyage einen deutlichen Mehrwert. Der Akku ist zufriedenstellend und lässt euch mehrere Wochen ohne Laden lesen.

Anzeigequalität (30%)

  • tolle Auflösung und automatisches Frontlicht

Bedienung (25%)

  • einfach und intuitiv

Verarbeitung

  • insgesamt sehr robust
  • Akkulaufzeit zufriedenstellend

Preis (20%)

  • tolle Qualität aber auch sehr hoher Preis

Preisvergleich


Artikel teilen:
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePin on PinterestShare on TumblrShare on RedditShare on LinkedIn