Amazons verrückte Patente

Amazon PrimeAir Drohne

Post im Flug a la Harry Potter. Schon länger arbeitet Amazon an der Auslieferung von Paketen durch Drohnen. Doch „Prime Air“, wie sich der fliegende Lieferservice nennt, befindet sich noch immer in der Testphase. Dank einem frisch angemeldeten Patent lässt sich jedoch erahnen, wo Amazon das Prime Air Modell in der Zukunft sieht.

Vom Buchhändler zum Imker

Bald schon ein ganzes Jahr ist es her, dass Amazon seine erste Drohnen Lieferung vollzogen hat. Der am 07. Dezember 2016 gestartet Flug war jedoch, wie alle nachfolgenden Flüge ebenfalls, ein reiner Testflug. Zu einer Anwendung zur Belieferung des Massenmarkts hat Amazon noch einen weiten Weg zu gehen. Doch auch wenn uns unsere Bestellung so schnell nicht von oben auf den Kopf fällt, lässt sich erahnen wie die Zukunft der Lieferdienste aussehen könnte. Diesen Einblick gewährt ein kürzlich angemeldetes Patent des ehemaligen Büchershops. Hierin ist jedoch nicht von den Drohnen selbst die Sprache, sondern hauptsächlich von ihren Nestern. Richtig gehört – Drohnen Nester. 

Zum Originaldokument des Patents gelangt ihr hier.

An der oben stehenden Abbildung lässt sich das Vorhaben Amazons bestens erklären. Während unten nichts spektakuläres passiert, liegt das Spotlight auf den oberen Etagen. Die vertikal in die Höhe gebaute Säule ist von kleinen Toren durchzogen, die als Ein-und Ausflugsmöglichkeit für die Drohnen dienen.

Diese sind jedoch keinesfalls ständig geöffnet, sondern erkennen anhand eines in den Drohnen integrierten Chips wann sie öffnen und schließen müssen. Auch im Inneren des Logistikzentrums der Zukunft findet man wie erwartet wenig menschliche Handarbeit vor. Roboter sorgen für die richtige Verteilung der Sendungen auf die Drohnen. Wie der überdimensionale Bienenstock von Innen aussieht bleibt unklar. An dieser Stelle lehnen wir uns mal weit aus dem Fenster und behaupten: So weit hat Amazon hier noch nicht geplant.

Trotz oder gerade aufgrund all der Roboter Power im Inneren und Äußeren des Turms, hält Amazon es im EG des Towers eher oldschool. Unschwer erkennbar sind einige LKW Tore zur Belieferung und – tatsächlich – ein Mensch. Auch wenn dieser wohl kaum die originale Anzahl der Beschäftigten pro Drohnennest darstellt, so repräsentiert er doch ein gewisses Verhältnis. Denn im Tower werden die Roboter eindeutig die Hauptrolle einnehmen. Lediglich die Überwachung obliegt noch menschlicher Hand. 

Verrückte Patente soweit das Auge reicht

Amazons Idee vom Drohnen Nest war nicht die erste, die für Aufmerksamkeit sorgte. Schon zuvor versuchte sich Amazon mit einem anderen Entwurf an der Lösung der Logistik Probleme der Zukunft. Auch hier dienten Drohnen der Auslieferung. Der Unterschied? Statt eines großen Drohnen Nests plante Amazon ein fliegendes Warenlager. Und ja, auch hier habt ihr richtig gehört. Ein Warenlager – 13km über deiner Stadt.

AMAZON AFC Drohnen Netzwerk

Kleinere Shuttles sollen dabei das konstant schwebende Amazon Mutterschiff mit Paketen beliefern. Ist eine Lieferadresse im geeigneten Radius, so liefern anschließend kleine, unbemannte Drohnen die von den Shuttles angelieferten Pakete per Gleitflug an den Kunden. Das fliegende Warenlager soll jedoch nicht über jeder beliebigen Kleinstadt schweben, sondern nur über zentralen Ballungsgebieten. Somit soll auf Engpässe besser reagiert werden können oder eine Lieferung innerhalb von Minuten als eine Art „Das Fliegende Warenlager ist in deiner Stadt“-Aktion verfügbar sein. Des Weiteren könne das Warenlager für große Sportevents oder auch zu Werbezwecken zur Verfügung stehen. Details zum fliegenden Warenlager selbst gab es allerdings nur wenige. Mehrere hundert Meter lang und einige Tonnen schwer soll das Luftschiff jedoch sein. 

Amazon und das Fliegen

Das vermehrte Auftauchen aus der Luft gegriffener Patente seitens Amazon ist weder Amazons Größenwahn, noch einer irrationalen Zukunftsvision geschuldet. Zugegebenermaßen, vielleicht spielt das Interesse für Luft-und Raumfahrt des Amazon CEO Bezos eine gewisse Rolle. Nichts desto trotz liegt der Flucht Amazons nach oben – sei es ein vertikaler Drohnenstock oder eben das Fliegen selbst –  keine irrationale Angst zugrunde. In Zukunft werden sich Probleme rund um logistische Themen häufen. Zu viele Menschen haben zu wenig Platz zur Folge.

Riesige Warenlager müssen zwangsweise außerhalb von Ballungsgebieten errichtet werden und ziehen immer längere Lieferwege mit sich. Gerade bei Drohnen Lieferung ist dies ein enormes Hindernis, da technische Schwierigkeiten und andere Kosten sich mit jedem weiteren Meter an zurückzulegender Strecke häufen.
Ähnlich dem Konzept eines Wolkenkratzers versucht Amazon dem Flächenproblem mit Höhe entgegen zu treten. Doch auch andere Lösungen wie Unterwasser Lager sind durchaus denkbar. Eine Zusammenstellung aller Patente Amazons findet ihr bei CB Insights

Sicherlich ist es noch ein langer Weg bis hin zur serienmäßigen Drohnenlieferung und fliegenden Warenlagern. Und auf der Strecke hat Amazon mehr als technische Probleme zu beheben. Laute Drohnen, Sicherheitsrisiken in Form von herumfliegenden Paketen oder gar einem hunderte Tonnen schweren Luftschiff über einer Großstadt sind hier nur einige Beispiele. An einem mangelt es dem Versandhaus jedoch nicht: Ideen. Wenn auch eventuell nicht mit fliegenden Warenlagern – Amazon wird unsere Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mitgestalten.

 

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