Elgato Game Cap­ture HD60 S im Test

Das deut­sche Unter­neh­men Elgato sprang früh­zei­tig auf den anfah­ren­den Gaming Zug auf. Als Her­stel­ler von EyeTV“ waren Bay­ern prä­de­sti­niert um im Markt mit­zu­mi­schen. Heut­zu­tage bie­tet Elgato neben dem Haupt­pro­dukt der Gaming Sparte Elgato Game Cap­ture“ auch wei­tere Pro­dukte für Live­strea­mer und You­Tuber an. Seit März 2017 bie­ten sie mit dem Stream Deck eine Art Medien-Misch­pult an. In die­sem Test soll es aber um die Elgato Game Cap­ture HD60 S gehen. Das Pro­dukt befin­det sich im obe­ren Preis­seg­ment unse­rer Ver­gleichs­reihe und muss nun bewei­sen, dass es sein Geld wert ist.

Rund und leicht

Die Game Cap­ture HD60 S kommt im matt­schwar­zen Plas­tik­look mit abge­run­de­ten Kan­ten. Mit 113 Gramm ist die Karte die leich­teste im Ver­gleich. Auch die Größe fällt beacht­lich klein aus. Ledig­lich 1,8 cm in der Höhe, 11,2 cm in der Breite und 7,5 cm in der Länge ste­hen zu Buche. Das macht die Elgato Game Cap­ture HD60 S sehr mobil und vor allem platz­spa­rend ein­setz­bar. Hin­ter dem Fern­se­her würde sich sicher auch bei euch noch Platz für den klei­nen Racker finden.

Auf der Ober­seite prangt das Elgato Gaming Logo. In der Mitte zieht sich ein Schlitz von bei­den Enden durch die Karte. Darin liegt die Sta­tus LED Leiste. Auf der lin­ken Seite lie­gen der 3,5mm Klin­ken Input, der HDMI Input sowie der USB Anschluss. Es han­delt sich erfreu­li­cher­weise um einen USB C Port. Dadurch pro­fi­tie­ren Nut­zer von einem lang­le­bi­gen Anschluss. Das USB Kabel der HD60 S endet in einem klas­si­schen USB A Ste­cker. Ihr benö­tigt also kei­nen C-Anschluss. Auf der rech­ten Seite befin­det sich der HDMI Pass Through. Die Unter­seite der Karte ist gum­mi­ert, bie­tet aber nicht genug Halt um als rutsch­fest dekla­riert wer­den zu können.

Uns gefällt das Design des Pro­dukts sehr gut. Hier steht Funk­tio­na­li­tät über Design, wäh­rend auch das Aus­se­hen der Elgato Game Cap­ture HD60 S nicht ver­nach­läs­sigt wurde. Vor allem wurde auf ein gamer­ge­rich­te­tes“ Design ver­zich­tet. Keine roten LED Augen in mei­nem Wohn­zim­mer. Hört Ihr, ASUS ?

Der Lie­fer­um­fang der HD60 beinhal­tet ledig­lich ein zwei Meter lan­ges USB Kabel sowie ein ein Meter lan­ges HDMI Kabel. Gerade HDMI hätte ruhig einen Ticken län­ger sein kön­nen, gene­rell lässt sind wir damit aber d’accord. Ein Com­po­nent Kabel fehlt. Das wäre nötig um ältere Kon­so­len wie bei­spiels­weise die Nin­tendo Wii abzu­grei­fen. Beim ver­lang­ten Preis hätte man das schon erwar­ten können.

Unter Pass Through ver­steht man das sofor­tige Wei­ter­lei­ten von Daten. Im Falle der Cap­ture Cards bedeu­tet das, dass der HDMI Pass Through das Signal des ange­schlos­se­nen Geräts latenz­frei wei­ter­gibt damit Ihr es an einem zusätz­li­chen Moni­tor nut­zen könnt.

Anstöp­seln und los geht’s

Die Instal­la­tion der Elgato Game Cap­ture HD60 S ist ohne Pro­bleme umsetz­bar. Besucht diese Web­site und down­loa­ded das Pro­gramm. Nach der Instal­la­tion von Game Cap­ture HD könnt Ihr euer Gerät mit dem PC ver­bin­den. Das Pro­gramm sollte die Cap­ture Card erken­nen und auf die Mel­dung Kein Signal“ wech­seln. Klickt auf Ein­stel­lun­gen und wählt euer Ein­ga­be­ge­rät, zum Bei­spiel Nin­tendo Switch oder Xbox One aus dem Drop­down Menü. In unse­rem Fall wäh­len wir die Play­Sta­tion 4. Im glei­chen Zuge könnt ihr auch sicher­stel­len, dass der Hacken bei 60 fps erlau­ben“ sitzt und die Qua­li­tät auf Beste“ gestellt ist. Falls ihr über euren PC spie­len möch­tet akti­viert auch unten die Option 60 fps für Video­vor­schau zulas­sen“. Ver­bin­det dann die Cap­ture Card via HDMI mit eurer Kon­sole. Falls Ihr auf eurem Fern­se­her spie­len möch­tet, ver­bin­det die­sen mit dem Out­put der HD60. Das Signal der Kon­sole wird nun sowohl in der Soft­ware als auch auf eurem Fern­se­her angezeigt.

Um das Play­Sta­tion 4 Signal zu sehen muss der Kopier­schutz HDCP deak­ti­viert wer­den. Ihr fin­det die Option in den Ein­stel­lun­gen der Konsole.

Kon­fi­gu­rie­rung von Game Cap­ture HD

Die Soft­ware der HD60 S ist gut desi­gned und bie­tet viele Optio­nen. Im Menü auf der rech­ten Seite fin­det ihr oben die Optio­nen Cap­ture“ und Edit“. Rechts davon befin­den sich die grund­le­gen­den Ein­stel­lun­gen des Tools wie der Spei­cher­ort der Videos, auto­ma­ti­sches Tei­len, Hot­keys und Optio­nen zum Video Codec. Wir emp­feh­len die Stan­dard­ein­stel­lun­gen bei­zu­be­hal­ten. Zusätz­lich dazu fin­det ihr hier auch das Flash­back Record­ing. Damit könnt ihr ver­gan­gene Spiel­mo­mente im Nach­hin­ein auf­neh­men. Unter Cap­ture“ fin­det ihr zuerst euer Gerät inklu­sive der momen­ta­nen Auf­lö­sung und der Bild­rate. Rechts dane­ben fin­den sich die Ein­stel­lun­gen für euer Pro­dukt. Die Optio­nen haben wir bereits oben beschrie­ben. Unter Live-Strea­ming las­sen sich Accounts (bei­spiels­weise Twitch oder You­Tube) für die direkte Über­tra­gung fest­le­gen. Wir emp­feh­len aller­dings Strea­ming über die kos­ten­lose OBS durchzuführen.

Eine Spalte wei­ter unten lie­gen die die Ein­stel­lun­gen Spiel-Ton und Live-Kom­men­tar. Hier ist Vor­sicht gebo­ten. Das Rad für die Laut­stärke ist miss­ver­ständ­lich. Der Wert 70 steht nicht für 70% son­dern stellt eine Ver­än­de­rung um 0 dB dar (= Sound ist genauso laut wie die Kon­sole ihn aus­gibt). Genau das­selbe Spiel beim eurem Mikro­fon. Hier stellt der Wert 50 keine Ver­än­de­rung dar. Wenn euer Mikro­fon ordent­lich gepe­gelt ist, ver­än­dert den Wert nicht. Falls Ihr Hilfe beim Pegeln braucht schaut in unse­rem Test zum Kom­plete Audio 6 von NI vor­bei. Ihr fin­det die Anlei­tung unter Instal­la­tion“.

Unter der Vor­schau fin­det ihr Stream Com­mand“. Hier könnt ihr Vor­la­gen für euren Stream oder euer Video aus­wäh­len die teil­weise bereits eure Web­cam ver­wen­den. Das ist gut gemacht, lei­der ist der Edi­tor für die Erstel­lung eige­ner Designs nicht wirk­lich gut gelun­gen. Ganz unten lie­gen die But­tons für das Star­ten und Stop­pen von Auf­nah­men, Streams und Kom­men­ta­ren. In der Mitte lässt sich die Vor­schau deak­ti­vie­ren und der Sound muten.

Im Tab Edit“ könnt ihr auf­ge­nom­mene Videos „““bear­bei­ten“““. Anders gesagt : Ihr könnt Schnitte set­zen und das fer­tige Video dann expor­tie­ren. Der Export redu­ziert übri­gens die Größe des Videos nicht. Da die bei Auf­nah­me­pro­gram­men bekannt­lich rela­tiv hoch ist wer­det ihr nicht um ein ande­res Schnitt­pro­gramm oder zumin­dest einen Con­ver­ter her­um­kom­men. Tat­säch­lich liegt unsere gemes­sene Größe der Videos bei 2,81 GB pro 10 Minu­ten Auf­nahme. Bitte nicht falsch ver­ste­hen, wir erwar­ten sicher kein Pre­mière Pro als kos­ten­lose Drein­gabe von Elgato. Man kann mit der Funk­tion zufrie­den sein, etwas mehr Fea­tures hät­ten aber sich nicht geschadet.

Tolle Auf­nah­men garantiert

Die Auf­nah­me­qua­li­tät der HD60 S ist super. Sowohl Video- als auch Audio­qua­li­tät sind aus­ge­zeich­net. Maxi­mal kann in 1080p mit 60 FPS auf­ge­zeich­net wer­den. Das Pro­gramm nutzt maxi­mal eine Bitrate von 40.000 kBit/​s. Das ist abso­lut aus­rei­chend um scharfe und feh­ler­freie Bil­der zu erzie­len. Solange die Kon­sole nicht ein­bricht bleibt auch die Bild­rate der Auf­nahme sta­bil. Typisch für Cap­ture Cards wirkt die Auf­nahme etwas weni­ger gesät­tigt als das Ori­gi­nal. Der Sound der Auf­nah­men ist laut und klar. 

Durch die geringe Latenz von ca. 177 ms (17 Frames bei 96 Frames pro Sekunde = 1796) las­sen sich die meis­ten Spiele direkt in der Vor­schau der Soft­ware spie­len. Elgato nennt das Game­view. Zusätz­lich dazu erleich­tert der nied­rige Delay das Strea­men der Inhalte auf Platt­for­men wie Twitch weil keine Syn­chro­ni­sa­tion ein­ge­stellt wer­den muss.

Ein­zig die Sound­aus­gabe des Pro­gramms stört. In unse­rem Test konn­ten wir ein deut­li­ches Knis­tern ver­neh­men. Vor allem bei wie­der­ho­len­den Tönen wie im Haupt­menü der Kon­so­len wurde das ersicht­lich. Im Spiel geht das Knis­tern unter, die Auf­nah­men sind nicht betroffen. 

Gute Qua­li­tät zum hohen Preis

Die Elgato Game Cap­ture HD60 S gehört zu den bes­ten Cap­ture Cards auf dem Markt. Ledig­lich beim Preis sind wir unzu­frie­den. Mit momen­tan 180€ ist sie die teu­erste Pro­dukt im Ver­gleich. Dafür bie­tet sie lei­der kaum nen­nens­werte Funk­tio­nen die die Kon­kur­renz nicht bie­tet. Selbst das Flash­back Record­ing ist nicht ein­zig­ar­tig, Hauppauge bie­tet eine ähn­li­che Funk­tion. Zudem feh­len zusätz­li­che Kabel für die Auf­nahme von älte­ren Kon­so­len. Das Knis­tern in der Game Cap­ture Soft­ware ist kein über­grei­fen­des Pro­blem und schein­bar sind die wenigs­ten Kun­den davon betrof­fen. Daher lässt sich die Pro­ble­ma­tik aus­blen­den. Falls Ihr die HD60 S güns­tig fin­det, greift gerne zu. Zum nor­ma­len Preis wür­den wir eine der ande­ren Kar­ten emp­feh­len. Mehr dazu fin­det Ihr in unse­rem Ver­gleichs­ar­ti­kel.

82 %

Gesamtbewertung

Fazit

Die Elgato Game Capture HD60 S zeichnet sich durch ausgezeichnete Aufnahmequalität und eine einfache Konfiguration aus. Die Software bietet ein übersichtliches Design und nette Features, knistert aber in der Soundausgabe. Durch den hohen Preis tendieren wir zu anderen Geräten.

Aufnahmequalität (30%)

  • perfekte Bildqualität
  • Soundqualität sehr gut, Knistern nur in Software

Latenz (20%)

  • geringe Latenz (17 Frames bei 96 FPS = 177 ms)
  • spielbar in Software

Software (15%)

  • viele Funktionen und Optionen
  • schöne Features für Streamer
  • Flashback Recording
  • angenehmes Design
  • übersichtlich
  • merkwürdige Audio-Pegel
  • leichtes Knistern in der Wiedergabe

Effizienz (15%)

  • einfache Installation mit winzigen Hürden
  • Aufnahmen sind sehr groß (2,81 GB / 10 Minuten)

Lieferumfang (10%)

  • gute Kabellänge
  • keine zusätzlichen Kabel trotz hohem Preis

Design (10%)

  • unauffälliges aber solides Design
  • sehr gute Verarbeitung
  • klein und leicht
  • Unterseite könnte rutschfester sein

Preisvergleich


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