Gaming-Abenteuer oder Cyber-Alptraum?

Auf diese Gefahren solltest du beim Spiel vorbereitet sein.

Der Gaming-Bereich bietet eine große Masse an Daten, die für Cyberkriminelle von Interesse sind. Erfahre, was du als Gamer über Cyberbedrohungen wissen solltest und mit welchen Tools (z. B. Antiviren-Programm, VPN, etc.) du dich gegen mögliche Bedrohungen schützen kannst.

Gefahr durch Phishing

Vor ein paar Jahren war es noch möglich, die überwiegende Anzahl an Games offline zu genießen. Doch inzwischen gibt es für Gaming-Plattformen wie Steam, dem Xbox Network oder PlayStation Live einen Online-Zwang, vor allem wenn du Spiele innerhalb einer Spiele-Flatrate wie Xbox Game Pass spielst. Hinzu kommt, dass du deine persönlichen Daten und Zahlungsinformationen hinterlegen musst.

Das macht dich für Hacker als potenzielles Angriffsziel attraktiv. Die Cyberattacken können auf unterschiedliche Weise erfolgen:

Die bekannteste und älteste Cyberbedrohung ist das sogenannte Phishing. Hacker versuchen durch gefälschte E-Mails oder Webseiten an deine Daten zu gelangen. Im Gaming-Bereich nutzen Cyberkriminelle vermehrt den Kommunikationsdienst Discord, da viele Gamer sich darüber austauschen. 

Der Hacker gibt sich beispielsweise als Mitarbeiter eines Unternehmens aus oder täuscht vor, ein anderer Gamer zu sein, der sich online mit dir anfreunden möchte. Durch das sogenannte Social Engineering gewinnt er dein Vertrauen und stiehlt dann deine Daten.

Der „klassische“ Weg ist hingegen eine E-Mail, die einen Link zu einer gefälschten Webseite oder einen Viren-infizierten Anhang enthält. War es früher häufig möglich, diese Mails als Fälschung zu entlarven (viele Rechtschreibfehler, schlechtes Layout), sind sie heute zum Teil kaum noch vom Original zu unterscheiden. 

Ein Beispiel im Gaming-Bereich wäre eine angebliche Nachricht von Microsoft in deinem E-Mail-Konto, in der dich der Absender auffordert, deine Konto-Daten oder Zahlungsdaten zu bestätigen. Gibst du diese dann auf der gefälschten Webseite ein, gelangen sie in die Hände des Hackers.

Achtung, Cyberattacke – so kannst du dich schützen

Die beste Schutzmaßnahme beim Phishing ist, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Prüfe E-Mails und Nachrichten in Messenger-Diensten genau: Erwartest du eine Nachricht vom Absender? Unternehmen bitten dich nicht per E-Mail oder Discord-Nachricht um deine Zugangsdaten (Achtung: Natürlich auch nicht per Telefon, außer du hast selbst beim Kundenservice angerufen). Wenn du unsicher bist, erkundige dich vorher beim Kundenservice, ob die Mail authentisch ist.

Achte außerdem...
… im Internetbrowser darauf, ob es sich um eine verschlüsselte Verbindung handelt. Das erkennst du an der Abkürzung https:// und an dem kleinen Vorhängeschlosssymbol neben der Adresszeile des Browsers.

Schutz durch Passwort-Manager

Nutze einen Passwort-Manager. Das schützt dich zwar nicht direkt vor Phishing, hilft dir aber, dass du bei jedem deiner Online-Konten individuelle und starke Passwörter hast. Wenn Hacker Zugangsdaten von einem deiner Konten stehlen, haben sie nicht automatisch Zugriff auf andere Accounts von dir.

Denn nicht immer hast du Einfluss darauf, dass deine Daten gestohlen werden. Datenlecks bei Anbietern können ebenfalls dazu führen, dass deine Informationen in unbekannte Hände geraten. So konnten Hacker Teile des Quellcodes von FIFA 21 stehlen; sie teilten anschließend mit, dass sie die Daten in Hacking-Foren zum Verkauf anbieten würden. Electronic Arts erklärte zwar, dass keine Daten der Spieler in Gefahr seien, dennoch ist dies bei solchen Datenlecks nie auszuschließen.

Firewall gegen DoS-Angriffe 

Eine weitere Bedrohung kann ein DoS-Angriff auf dich sein. Beim Gaming ist das Ziel dieser Cyberattacke vor allem, sich einen Vorteil im Spiel zu verschaffen. Denn der Hacker überlastet einen Server mit einer Unzahl an Anfragen und verlangsamt das System oder lässt es sogar zusammenbrechen. 

Schutz bietet eine gute Firewall, die es auf den meisten Betriebssystemen gibt. Achte darauf, dass diese auch tatsächlich aktiviert ist. 

VPN für Sicherheit und Privatsphäre

Des Weiteren solltest du ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) nutzen.  Für eine DoS-Attacke benötigen Cyberkriminelle eine IP-Adresse. Der Vorteil eines VPN ist es, dass deine IP-Adresse verborgen bleibt, solange du mit einem der VPN-Server verbunden bleibst, da du vorübergehend die Adresse des VPN-Servers erhältst. 

Weiterhin kannst du ein VPN als effektives Sicherheitstool beim Gaming nutzen. Deine Daten werden verschlüsselt an den VPN-Server übermittelt, was es Hackern nahezu unmöglich macht, sie auf dem Weg dorthin abzufangen. Manche VPN-Anbieter haben zudem die nützliche Funktion integriert, dich vor gefährlichen Webseiten zu warnen und die Internetverbindung automatisch zu beenden, wenn du auf eine solche Seite gehst. 

Gaming wird immer beliebter und ist für viele ein beliebtes Hobby. Dadurch sind Gamer und ihre Daten aber auch ein beliebtes Angriffsziel von Hackern – und deren Cyberattacken werden immer effektiver. Wer jedoch mit einer gewissen Vorsicht beim Gaming unterwegs ist und sich mit den nötigen Sicherheitstools ausrüstet, kann unbesorgt zum Controller oder zur Tastatur greifen. 

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