Audi Inter­faces im Test


Audio Inter­faces gehö­ren zu den abso­lu­ten Stan­dard­lö­sun­gen für alle die sich mit Musik­pro­duk­tio­nen oder pro­fes­sio­nel­len Auf­nah­men beschäf­ti­gen möch­ten. In unse­rer Test­reihe ver­glei­chen wir fünf Inter­faces in unter­schied­li­chen Preis­klas­sen sowie von ver­schie­de­nen Her­stel­lern. Neben bekann­ten Pro­duk­ten wie der Focus­rite Scar­lett 2i2 und dem Stein­berg UR22 MKII wer­fen wir auch einen Blick auf das Kom­plete Audio 6 von Native Instru­ments, das Mackie Onyx Black­jack sowie das Zoom UAC-2. 

Die fünf USB Audio Inter­faces in der Übersicht

€ 249,00

Was sind USB Audio Interfaces ?

Kurz gesagt : Audio Inter­faces ermög­li­chen die Auf­nah­men von Instru­men­ten und Mikro­fo­nen an eurem Com­pu­ter. Sie stel­len die Schnitt­stelle zwi­schen PC und Peri­phe­rie dar und kom­bi­nie­ren dabei meh­rere Funk­tio­nen. Sie besit­zen sowohl DACs (Digi­tal-Ana­log-Wand­ler) als auch ADCs (Ana­log-Digi­tal-Wand­ler) und sind damit in der Lage Signale wie bei­spiels­weise eine Stimme, auf­ge­nom­men mit einem Mikro­fon (ana­log), in eine Sound­da­tei auf dem Com­pu­ter (digi­tal) umzu­wan­deln. Die Qua­li­tät der Wand­ler ist daher essen­zi­ell wich­tig. Dane­ben ist der größte Unter­schei­dungs­punkt der Geräte die Anzahl und Art der Anschlüsse. Stan­dard sind zumin­dest ein XLR Anschluss sowie ein Paar MIDI oder Line Aus­gänge. Auch die, für man­che Geräte benö­tigte Phan­tom­spei­sung sollte nicht feh­len. Die meis­ten Audio Inter­faces nut­zen heut­zu­tage USB 2.0 als BUS. Durch die Über­tra­gung und Ver­ar­bei­tung der Signale ent­steht immer eine Ver­zö­ge­rung, die soge­nannte Latenz. Schnel­lere Ver­bin­dun­gen wie USB 3.0 oder Thun­der­bolt kön­nen diese Latenz ver­rin­gern. Im Nor­mal­fall liegt diese aber im Bereich von 25 bis 100ms und sollte daher in den meis­ten Ein­satz­fel­dern kaum von Bedeu­tung sein. Ledig­lich beim Abhö­ren der Auf­nah­men, bei­spiels­weise durch einen Sän­ger, kann es zu Pro­ble­men kom­men. Daher ver­fü­gen die meis­ten Inter­faces über ein Direct Moni­to­ring, also einen latenz­freien Kopf­hö­rer­an­schluss direkt am Gerät. 

Die Kri­te­rien unse­res Audio Inter­faces Tests

Zu einem sinn­vol­len Ver­gleich gehö­ren auch immer die pas­sen­den Kri­te­rien um die Pro­dukte auf Herz und Nie­ren zu tes­ten. Für das Thema USB Audio Inter­faces wäh­len wir daher Audio­qua­li­tät, Ver­ar­bei­tung, Bedie­nung und Preis. Diese Punkte staf­feln sich wie folgt :

  1. Audio­qua­li­tät – 30%
  2. Vear­bei­tung, Bedie­nung – jeweils 25%
  3. Preis – 20%

Die Audio­qua­li­tät steht in unse­rem Test als wich­tigs­ter Fak­tor selbst­er­klä­rend an der Spitze. Die Ver­ar­bei­tung schließt die Mate­ri­al­wahl, die Schmutz­re­sis­tenz sowie das Design mit ein. Das Kri­te­rium Bedie­nung kom­bi­niert die Instal­la­tion, die Trei­ber sowie die gene­relle Nut­zung der Geräte. Dank der gene­rel­len Lang­le­big­keit von Audio Inter­faces und rela­tiv sel­te­nen Inno­va­tio­nen, wer­ten wir den Preis mit ledig­lich 20%. Die preis­li­chen Unter­schiede schla­gen auf die Jahre gerech­net nicht son­der­lich zu Buche.

Audio­qua­li­tät (30%)- spart euch Zeit und uns Nerven

Zoom UAC-2

Das UAC-2 ist das ein­zige USB 3.0 Inter­face in unse­rem Pro­dukt­feld. Wel­che Vor­teile das mit sich bringt und ob es den hohen Preis recht­fer­tigt erfahrt ihr in unse­rem Test. mehr
Geringste Latenz

Wie im vor­he­ri­gen Absatz beschrie­ben, wer­ten wir die Audio­qua­li­tät mit 30%. Diese Ent­schei­dung wurde getrof­fen bevor wir alle Pro­dukte getes­tet haben. Man könnte das als Feh­ler bezeich­nen, denn : alle Inter­faces klin­gen sehr gut. Sie klin­gen so gut, dass zumin­dest unser Test mit dem Rode NT2A kei­ner­lei Unter­schiede auf­de­cken konnte. Vor­han­dene Unter­schiede wür­den wir eher den Unge­nau­ig­kei­ten in Punkto Laut­stärke zuschrei­ben als den Gerä­ten. Auch in Sachen Latenz herrscht ange­neh­mer Gleich­stand. Ledig­lich das Zoom UAC-2 pro­fi­tiert von sei­nem USB 3.0 Port und bie­tet eine mini­mal schnel­lere Ver­bin­dung. Es hat aller­dings einen Grund warum die ande­ren Pro­dukte wei­ter­hin auf USB 2.0 set­zen, die Vor­teile sind die höhe­ren Kos­ten nicht wert. 

Ver­ar­bei­tung (25%)- keine Totalausfälle

In Sachen Ver­ar­bei­tung stel­len wir fest, dass es zumin­dest keine Total­aus­fälle im Pro­dukt­feld gab. Alle Pro­dukte sind sau­ber ver­ar­bei­tet und set­zen auf hoch­wer­tige Mate­ria­lien. Vor allem das Kom­plete Audio 6 über­zeugt hier mit sei­ner tol­len Gestal­tung. Design ist zwar bis zu einem gewis­sen Punkt Geschmacks­sa­che, aber die meis­ten User soll­ten mit allen Pro­duk­ten zufrie­den sein. Fakt ist aller­dings auch, dass viele Pro­dukte die Gestal­tung über die Funk­tion set­zen. Audio Inter­faces sind in ers­ter Linie Werk­zeuge die in Stu­dio­um­ge­bun­gen ein­ge­setzt werden. 

Native Instru­ments Kom­plete Audio 6

Das bereits 2011 erschie­nene USB Audio Inter­face Kom­plete Audio 6″ von Native Instru­ments ver­spricht als teu­ers­tes Gerät unse­rer Test­reihe erst­klas­sige Audio­qua­li­tät und eine geringe Latenz. mehr
Das beste Design
Große Hoch­glanz­flä­chen sind hier fehl am Platz, außer ihr seid dar­auf aus halb­wö­chent­lich zum Staub­we­del zu grei­fen. Emp­feh­lens­wert ist hier­bei das Focus­rite Scar­lett 2i2. Das rote Alu­mi­nium zeigt Staub und Schmutz kaum. Auch das Stein­berg UR22 befin­det sich noch im akzep­ta­blen Rah­men. Das matte schwarze Alu­mi­nium das 34 des Geräts umhüllt ist kaum staub­an­fäl­lig, auf den sil­ber­nen Flä­chen ist kaum etwas sicht­bar. In unse­rer Über­sicht fin­det ihr die Maße und Gewichte der ein­zel­nen Produkte.

Ein­fa­che Bedie­nung (25%) mit so man­cher Überraschung

Die Instal­la­tion von USB Audio Inter­faces ist zum Glück kein Hexen­werk. Sie beschränkt sich pri­mär auf das Ein­ste­cken von Kabeln und Instal­lie­ren einer Soft­ware. Eine Schritt-für-Schritt Anlei­tung fin­det ihr in die­sem Video.

Bei der Mehr­zahl der Pro­dukte war dies wider Erwar­ten nicht ganz so ein­fach. Das Mackie Onyx Black­jack besitzt keine Trei­ber für Win­dows 8 oder 10, funk­tio­niert aber auch ohne ein­wand­frei. Das Stein­berg UR22 MKII sowie das ZOOM UAC-2 erlau­ben keine Ein­stel­lun­gen in den Win­dows Sound­ein­stel­lun­gen und erzeu­gen dadurch in weni­gen Pro­gram­men ein ein­sei­ti­ges Ste­reo­si­gnal. Mehr Infos dazu fin­det ihr im Video zum UR22

Falls ihr den Test zum Stein­berg UR22 MKII gese­hen oder gele­sen habt, wisst ihr, dass wir immer noch auf eine Ant­wort von Stein­berg zur Pro­ble­ma­tik war­ten. Inzwi­schen haben wir eine erste Mail erhal­ten in der die Firma um Ver­zei­hung für die lange Bear­bei­tungs­zeit bit­tet und … uns wei­ter ohne Ant­wort war­ten lässt. 

Focus­rite Scar­lett 2i2

Das bereits 2012 erschie­nene Gerät befin­det sich heute in sei­ner zwei­ten Ver­sion bei uns im Test. Ob die Scar­lett ihren guten Ruf bestä­ti­gen kann erfahrt ihr hier. mehr
Instal­la­tion ohne Kopfzerbrechen

In Sachen Bedie­nung blei­ben also nur das Kom­plete Audio 6 von Native Instru­ments sowie die Focus­rite Scar­lett 2i2 übrig. Beide zeig­ten in unse­rem Test kei­ner­lei trei­ber­ver­ur­sachte Pro­bleme und lie­ßen sich ohne wei­te­res instal­lie­ren. Bei der Recher­ché konn­ten wir aller­dings her­aus­fin­den, dass einige Kun­den Pro­bleme mit den Focus­rite Trei­bern zu haben schei­nen. Davon konn­ten wir wie beschrie­ben nichts fest­stel­len, gesagt sei es trotz­dem. Die neuen Trei­ber schei­nen aber zu funktionieren.

Preis (20%)- Was wenig kos­tet ist auch wenig wert, oder ?

Mackie Onyx Blackjack

Über die Bedie­nung und das Kabel­ma­nage­ment wur­den sich hier sicht­lich Gedan­ken gemacht, und das mit Erfolg. Was das Black­jack noch alles mit sich bringt erfahrt ihr in unse­rem Test. mehr
Güns­tig bei guter Leistung
Wie immer ist der Preis keine ein­fa­che Sor­tie­rung von Wer­ten. Es geht um das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis und hier tun sich vor allem zwei Gewin­ner her­vor. Das Mackie Onyx Black­jack ist das güns­tigste Gerät in unse­rem Ver­gleich und bie­tet eine mehr als ordent­li­che Leis­tung trotz der feh­len­den Trei­ber. Dazu gibt’s ein­fa­ches Kabel­ma­nage­ment, ideal für Con­tent Crea­tor die ihr Setup sel­ten ändern. Das Mackie ist dafür etwas höher als die ande­ren Inter­faces und lässt sich je nach Setup viel­leicht nicht ideal verstauen.

Deut­lich zu teuer fällt nur das ZOOM UAC-2 aus. Es ist zwar das ein­zige Gerät mit USB 3.0 Anschluss und pro­fi­tiert dadurch auch in Hin­sicht auf die Latenz, der hohe Preis von ca. 200€ wird dadurch aber kei­nes­falls gerecht­fer­tigt. Inves­tiert hier lie­ber 30€ mehr und greift zum Kom­plete Audio 6. Mehr Anschlüsse, keine Pro­bleme bei den Ein­stel­lun­gen und, Ach­tung Sub­jek­ti­vi­tät, bes­se­res Design.

Stein­berg UR22 MKII

Das kos­ten­güns­tige Modell über­zeugt durch eine tolle Leis­tung quer durch die Bank und lässt die Kon­kur­renz auf­hor­chen. mehr
Preis-Leis­tungs-Sie­ger
Für all die­je­ni­gen die nach dem Preis-Leis­tungs-Sie­ger Aus­schau hal­ten : Bitte sehr. Das Stein­berg UR22 MKII bie­tet tol­les Design, super Audio­qua­li­tät und gute Ver­ar­bei­tung für ca. 130€. Bes­ser geht es in der Hin­sicht kaum. Wir drü­cken euch die Dau­men, dass ihr nie­mals den Sup­port kon­tak­tie­ren müsst und falls doch, hof­fent­lich habt ihr Zeit. Das klingt viel­leicht nega­ti­ver als gemeint, wir emp­feh­len das UR22 durchweg.

Fazit zum USB Audio Inter­face Vergleich

Alle dür­fen auf­at­men, kei­ner hat völ­lig ver­sagt. Unser Test­sie­ger ist das Kom­plete Audio 6 von Native Instru­ments. Wer’s güns­ti­ger braucht greift zum Stein­berg UR22 MKII. Auch die Focus­rite Scar­lett 2i2 ist emp­feh­lens­wert, genauso wie das Mackie Onyx Black­jack falls mehr als 110€ nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Nur das ZOOM fällt etwas aus dem Ras­ter und das sicher nicht wegen schlech­ter Leis­tung, ledig­lich der Preis ist zu hoch. Jedes getes­tete Pro­dukt hat seine klei­nen Vor- und Nach­teile, die Ent­schei­dung liegt am Ende also bei euch. Beant­wor­tet fol­gende Fra­gen um das rich­tige Pro­dukt zu finden :

Ist euer Bud­get knapp ? Braucht ihr noch ande­res Equip­ment wie bei­spiels­weise ein Mikrofon ? 

  • Greift zum Mackie Onyx Black­jack. Die Audio­qua­li­tät ist so gut wie gleich, inves­tiert das gesparte Geld in ein Mikrofon.

Wie viele Anschlüsse benö­tigt ihr ? Wie viele müs­sen gleich­zei­tig ver­wend­bar sein ? Wel­che Anschlüsse benö­tigt ihr ?

Benö­tigt ihr (aus wel­chen Grün­den auch immer) die geringst mög­li­che Latenz ?

Möch­tet ihr euer Inter­face mit einem Mobile Device verwenden ?

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