Zoom UAC-2 im Test

Das aus Japan stam­mende Zoom UAC-2 ist die kleine, por­ta­ble Vari­ante des UAC-8 Audio Inter­faces. UAC“ steht dabei für USB Audio Con­ver­ter, was schon beschreibt, dass das Gerät über einen USB Anschluss ver­fügt und nicht über Thun­der­bolt. USB ist nicht USB, hier wird es inter­es­sant. Das UAC-2 ist das ein­zige USB 3.0 Inter­face in unse­rem Pro­dukt­feld. Wel­che Vor­teile das mit sich bringt und ob es den hohen Preis recht­fer­tigt erfahrt ihr in unse­rem Test. 

Ver­ar­bei­tung ist gut

Wie alle von uns getes­te­ten Audio Inter­faces ist auch das Zoom UAC-2 sicht­bar gut ver­ar­bei­tet. Robust, hand­lich ist das kleine Gerät ordent­lich desi­gned und alle Funk­tio­nen sind auf den ers­ten Blick erkenn­bar. MIt 714 Gramm ist es ange­nehm zu tra­gen und liegt damit im Mit­tel­feld. Die Maße von 4,62 x 17,6 x 11,39 cm sind eben­falls über­schau­bar erschei­nen. Aus Alu­mium bestehend, ist mit einem glän­zen­den Strei­fen ein Akzent gesetzt wor­den. Ins­ge­samt ist das Inter­face aber schmutz­an­fäl­li­ger als die ande­ren, was etwas am guten Gesamt­ein­druck kratzt.

Im Lie­fer­um­fang befin­det sich nur ein USB 3.0-Kabel. Wer das UAC-2 mit einem iPhone oder iPad nut­zen will, muss in den Class Com­pli­ant Mode“. Das klingt vor­erst nicht wei­ter tra­gisch, aller­dings wird dafür ein zusätz­li­cher Strom­an­schluss benö­tigt, der erst bestellt wer­den muss (dazu spä­ter mehr). Das Netz­teil muss also gege­be­nen­falls noch mit ein­be­rech­net wer­den. Die PDF Anlei­tung für das Inter­face haben wir euch hier hinterlegt.

Das Zoom UAC-2 ver­fügt über zwei Kombo Ein­gänge, einen MIDI Ein- und Aus­gang und einen Ste­reo­aus­gang. Die Ein­gänge sind jeweils mit Vor­ver­stär­kern („Mic Preamps“) aus­ge­stat­tet, eine große Aus­stat­tung gibt es ansons­ten aber bei dem Inter­face nicht. Für Bands, Schlag­zeu­ger, etc. ist das Gerät logi­scher­weise ohne­hin nichts, denn zwei Ein­gänge rei­chen nicht. Für Sin­ger Song­wri­ter oder Strea­mer ist das Inter­face aber eine tolle Alternative.

Mic Preamps sind Vor­ver­stär­ker für das Mikro­fon. Da ein Mikro­fon meist nur rela­tiv schwach eure Stimme oder Instru­ment in Span­nung umwan­delt, muss das Signal zur Wei­ter­ver­ar­bei­tung ver­stärkt wer­den. Da das spä­ter zu Rau­schen füh­ren würde, muss es so früh wie mög­lich- durch die Preamps- ver­stärkt werden.

USB3.0 sorgt für bes­sere Latenz

Die kür­zere Ver­zö­ge­rungs­zeit im Ver­gleich zur Scar­lett oder zum Kom­plete Audio 6 ist schnell erklärt. Dank des schnel­le­ren USB-Anschlus­ses über­trägt das UAC-2 die Signale ein­fach einen Bruch­teil zügi­ger, was weni­ger Ver­zö­ge­rung her­vor­ruft. Die Sound­qua­li­tät ist wie bei allen Gerä­ten über­ra­schend gut, auch wenn es ein ver­gleichs­weise klei­nes Audio Inter­face ist.

Die bereits erwähn­ten Kombo Ein­gänge las­sen sowohl XLR Kabel zu, als auch TRS. Die XLR Buchse ist dabei für Mikro­fon-Signale zustän­dig, wobei die höchste Auf­hol­ver­stär­kung bei 60 dB liegt. Die 6,35 mm TRS Buchse dient der Ver­ka­be­lung mit sym­me­tri­schen Line- oder auch unsym­me­tri­schen Instru­ment-Quel­len. Jeweils ein GAIN Reg­ler und ein LED Licht, das Clip­pings anzeigt, geben ana­loge Kon­trolle. Das UAC-2 wird klas­sisch über eine 48 V Phan­tom­spei­sung betrieben.

Instal­la­tion des UAC-2

Für die Instal­la­tion des UAC-2 in unse­rem Test­sze­na­rio benö­tigt ihr ledig­lich das Gerät, ein XLR (oder TRS) Kabel sowie ein Kon­den­sa­tor­mi­kro­fon, in unse­rem Fall das Rode NT2A. Danach erle­digt sich das Setup fast von selbst. Bei den klei­nere Gerä­ten unse­rer Test­reihe geschieht dies wie folgt :

  1. Ver­bin­det das Gerät mit dem mit­ge­lie­fer­ten USB3.0 Kabel mit eurem PC oder Mac.
  2. Instal­liert den aktu­el­len Treiber.
  3. Ver­bin­det nach der Instal­la­tion euer Mikro­fon mit­hilfe des XLR (oder TRS) Kabels mit dem UAC-2. Akti­viert dann die Phantomspeisung.
  4. Dreht den ent­spre­chen­den GAIN Reg­ler und pegelt damit euer Mikro­fon mit­hilfe der Moni­to­ring Funk­tion oder in den Win­dows Sound­ein­stel­lun­gen.
  5. Wählt das UAC-2 als Stan­dard­ge­rät“ und als Stan­dard­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rät“.

Class Com­pli­ant Mode und MixEfx

Die Rück­seite zeigt vor­erst keine Über­ra­schun­gen. Ein MIDI Ein- und Aus­schal­ter mit klas­si­schen DIN-Buch­sen ist vor­han­den, genauso wie ein Ken­sing­ton-Lock, ein Netz­teil-Anschluss sowie die USB-3.0 Schnitt­stelle und der Power-Schal­ter. Der Netz­teil-Anschluss kommt zu Tra­gen, wenn der Schal­ter für den soge­nann­ten Class Com­pli­ant Mode“ akti­viert wird. Dadurch kann das Gerät ohne vor­her instal­lierte Trei­ber direkt ver­wen­det werden.

Via Camera Con­nec­tion Kit kann dann ein iPhone, iPod oder iPad mit dem UAC-2 ver­bun­den wer­den und wird dadurch direkt und ohne Pro­bleme nutz­bar- bis eben auf den AD-14 Netz­ste­cker, der extra bestellt wer­den muss. Der Direct Moni­tor“ Schal­ter hat dadurch noch mehr Sinn, dadurch kann die feh­lende Soft­ware Kon­sole auf den Devices ersetzt werden.

Am PC lässt sich neben den Trei­bern die Soft­ware UAC-2 MixEfx“ down­loa­den, die den Fein­schliff des Audio Inter­faces ver­spricht. Es erin­nert an einen alten Misch­pult und gibt genau die Funk­tio­nen wie­der, die benö­tigt wer­den für bes­sere Fein­jus­tie­rung. Es las­sen sich damit Pegel genauer able­sen, Low-Cuts sowie die Pha­sen-Inver­tie­run­gen auf den Inputs soft­ware­sei­tig akti­vie­ren und fei­nere Set­tings all­ge­mein rea­li­sie­ren. Auch einen Echo- oder Loop-Effekt kann man untermischen.

Trotz der Trei­ber lässt sich das Zoom UAC-2, genau wie das Stein­berg UR22MKII, in den Win­dows Ein­stel­lun­gen nicht als Mono­quelle stel­len. Damit erge­ben sich die­sel­ben Pro­bleme wie bei unse­rem Test­sie­ger. Einige wenige Pro­gramme, vor allem die die selbst nicht über eine Kanal­ein­stel­lung ver­fü­gen wie bei­spiels­weise NVI­DIA Shadow­play zeich­nen die Auf­nah­men des UAC-2 als ein­sei­ti­ges Ste­reo­si­gnal auf. Da aber die meis­ten Pro­gramme mit dem Inter­face zurecht kom­men fällt die­ser Umstand nicht wei­ter ins Gewicht.

Sound­qua­li­tät

Das Zoom UAC-2 über­zeugt uns mit sei­ner tol­len Audio­qua­li­tät. Getes­tet wurde dies mit unse­rem Stan­dard­mi­kro­fon, dem NT2A von Rode. Anders als die Latenz, pro­fi­tiert der Sound aller­dings kaum durch den USB 3.0 Port.

Was bleibt also fest­zu­stel­len ? Das ZOOM UAC-2 ist ein tol­les Pro­dukt und zielt auf Pro­fis ab. Daher kann man über die Mono Pro­ble­ma­tik noch eher hin­weg­se­hen als beim Stein­berg UR22 MKII, Pro­du­zen­ten inter­es­sie­ren sich kaum für Pro­gramme die sol­che Ein­stel­lun­gen nicht vor­neh­men las­sen. Aber über­tritt es denn die ande­ren Inter­faces deut­lich ? Immer­hin kos­tet es momen­tan 80€ mehr als das UR22. Und hier muss man sagen, nein das tut es nicht. Preis­lich kon­ku­riert das UAC-2 nur mit dem Kom­plete Audio 6 wel­ches mehr Anschlüsse bie­tet und keine Mono­pro­ble­ma­tik mit sich bringt. 

82 %

Gesamtbewertung

Fazit

Das Zoom UAC-2 überzeugt mit seinem tollen Design und guter Audioqualität. Das einzige USB 3.0 Interface in unserer Testreihe zeigt eine kleine Verbesserung in der Latenz und ist auch mit Mobilgeräten kompatibel, verlangt gleichzeitig aber 80€ mehr als unser Preis-Leistungs-Sieger. 

Audioqualität (30%)

  • sehr gute Audioqualität

Verarbeitung (25%)

  • schöne Verarbeitung mit hochwertigen Materialien
  • schmutzanfälliger Hochglanzstreifen auf der Oberseite

Bedienung (25%)

  • einfache Installation und stabile Treiber
  • einseitiges Stereosignal in einigen wenigen Programmen

Preis (20%)

  • Alleinstellungsmerkmal: USB 3.0
  • Preis  trotzdem deutlich höher als bei qualitativ ähnlichen Produkten

Preisvergleich


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