ZOOM UAC-2

Das aus Japan stammende ZOOM UAC-2  ist die kleine, portable Variante des UAC-8 Audio Interfaces. „UAC“ steht dabei für USB Audio Converter, was schon beschreibt, dass das Gerät über einen USB Anschluss verfügt und keinen Thunderbolt Port. USB ist nicht gleich USB, hier wird es interessant. Das ZOOM UAC-2 ist das einzige USB 3.0 Audio Interface in unserem Produktfeld. Welche Vorteile das mit sich bringt und ob es den hohen Preis rechtfertigt erfahrt ihr in unserem Test. 

Das Zoom UAC-2 überzeugt mit seinem tollen Design und guter Audioqualität. Das einzige USB 3.0 Interface in unserer Testreihe zeigt eine kleine Verbesserung in der Latenz und ist auch mit Mobilgeräten kompatibel, verlangt gleichzeitig aber 80€ mehr als unser Preis-Leistungs-Sieger. 

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Verarbeitung ist gut

Wie alle von uns getesteten USB Audio Interfaces ist auch das ZOOM UAC-2 sichtbar gut verarbeitet. Robust, handlich ist das kleine Gerät ordentlich designed und alle Funktionen sind auf den ersten Blick erkennbar. MIt 714 Gramm ist es angenehm zu tragen und liegt damit im Mittelfeld. Die Maße von 4,62 x 17,6 x 11,39 cm sind ebenfalls überschaubar erscheinen. Aus Aluminium bestehend, ist mit einem glänzenden Streifen ein Akzent gesetzt worden. Insgesamt ist das Interface aber schmutzanfälliger als die anderen, was etwas am guten Gesamteindruck kratzt.

Im Lieferumfang befindet sich nur ein USB 3.0-Kabel. Wer das ZOOM UAC-2 mit einem iPhone oder iPad nutzen will, muss in den „Class Compliant Mode“. Das klingt vorerst nicht weiter tragisch, allerdings wird dafür ein zusätzlicher Stromanschluss benötigt, der erst bestellt werden muss (dazu später mehr). Das Netzteil muss also gegebenenfalls noch mit einberechnet werden. Die PDF Anleitung für das Interface haben wir euch hier hinterlegt.

Das Zoom UAC-2 verfügt über zwei Kombo Eingänge, einen MIDI Ein- und Ausgang und einen Stereoausgang. Die Eingänge sind jeweils mit Vorverstärkern („Mic Preamps“) ausgestattet, eine große Ausstattung gibt es ansonsten aber bei dem Interface nicht. Für Bands, Schlagzeuger, etc. ist das Gerät logischerweise ohnehin nichts, denn zwei Eingänge reichen nicht. Für Singer Songwriter oder Streamer ist das Interface aber eine tolle Alternative.

Mic Preamps sind Vorverstärker für das Mikrofon. Da ein Mikrofon meist nur relativ schwach eure Stimme oder Instrument in Spannung umwandelt, muss das Signal zur Weiterverarbeitung verstärkt werden. Da das später zu Rauschen führen würde, muss es so früh wie möglich- durch die Preamps- verstärkt werden.

USB3.0 sorgt für bessere Latenz

Die kürzere Verzögerungszeit im Vergleich zur Scarlett oder zum Komplete Audio 6 ist schnell erklärt. Dank des schnelleren USB-Anschlusses überträgt das ZOOM UAC-2 die Signale einfach einen Bruchteil zügiger, was weniger Verzögerung hervorruft. Die Soundqualität ist wie bei allen Geräten überraschend gut, auch wenn es ein vergleichsweise kleines Audio Interface ist.

Die bereits erwähnten Kombo Eingänge lassen sowohl XLR Kabel zu, als auch TRS. Die XLR Buchse ist dabei für Mikrofon-Signale zuständig, wobei die höchste Aufholverstärkung bei 60 dB liegt. Die 6,35 mm TRS Buchse dient der Verkabelung mit symmetrischen Line- oder auch unsymmetrischen Instrument-Quellen. Jeweils ein GAIN Regler und ein LED Licht, das Clippings anzeigt, geben analoge Kontrolle. Das ZOOM UAC-2 wird klassisch über eine 48 V Phantomspeisung betrieben.

Installation des ZOOM UAC-2

Für die Installation des ZOOM UAC-2 in unserem Testszenario benötigt ihr lediglich das Gerät, ein XLR (oder TRS) Kabel sowie ein Kondensatormikrofon, in unserem Fall das Rode NT2A. Danach erledigt sich das Setup fast von selbst. Bei den kleinere Geräten unserer Testreihe geschieht dies wie folgt:

  1. Verbindet das ZOOM UAC-2 mit dem mitgelieferten USB3.0 Kabel mit eurem PC oder Mac.
  2. Installiert den aktuellen Treiber.
  3. Verbindet nach der Installation euer Mikrofon mithilfe des XLR (oder TRS) Kabels mit dem UAC-2. Aktiviert dann die Phantomspeisung.
  4. Dreht den entsprechenden GAIN Regler und pegelt damit euer Mikrofon mithilfe der Monitoring Funktion oder in den Windows Soundeinstellungen.
  5. Wählt das ZOOM UAC-2 „als Standardgerät“ und als „Standardkommunikationsgerät“.

Class Compliant Mode und MixEfx

Die Rückseite zeigt vorerst keine Überraschungen. Ein MIDI Ein- und Ausschalter mit klassischen DIN-Buchsen ist vorhanden, genauso wie ein Kensington-Lock, ein Netzteil-Anschluss sowie die USB-3.0 Schnittstelle und der Power-Schalter. Der Netzteil-Anschluss kommt zu Tragen, wenn der Schalter für den sogenannten „Class Compliant Mode“ aktiviert wird. Dadurch kann das Gerät ohne vorher installierte Treiber direkt verwendet werden.

Via Camera Connection Kit kann dann ein iPhone, iPod oder iPad mit dem UAC-2 verbunden werden und wird dadurch direkt und ohne Probleme nutzbar- bis eben auf den AD-14 Netzstecker, der extra bestellt werden muss. Der „Direct Monitor“ Schalter hat dadurch noch mehr Sinn, dadurch kann die fehlende Software Konsole auf den Devices ersetzt werden.

Am PC lässt sich neben den Treibern die Software „UAC-2 MixEfx“ downloaden, die den Feinschliff des Audio Interfaces verspricht. Es erinnert an einen alten Mischpult und gibt genau die Funktionen wieder, die benötigt werden für bessere Feinjustierung. Es lassen sich damit Pegel genauer ablesen, Low-Cuts sowie die Phasen-Invertierungen auf den Inputs softwareseitig aktivieren und feinere Settings allgemein realisieren. Auch einen Echo- oder Loop-Effekt kann man untermischen.

Trotz der Treiber lässt sich das Zoom UAC-2, genau wie das Steinberg UR22MKII, in den Windows Einstellungen nicht als Monoquelle stellen. Damit ergeben sich dieselben Probleme wie bei unserem Testsieger. Einige wenige Programme, vor allem die die selbst nicht über eine Kanaleinstellung verfügen wie beispielsweise NVIDIA Shadowplay zeichnen die Aufnahmen des UAC-2 als einseitiges Stereosignal auf. Da aber die meisten Programme mit dem Interface zurecht kommen fällt dieser Umstand nicht weiter ins Gewicht.

Soundtest des ZOOM UAC-2

Das ZOOM UAC-2 überzeugt uns mit seiner tollen Audioqualität. Getestet wurde dies mit unserem Standardmikrofon, dem NT2A von Rode. Anders als die Latenz, profitiert der Sound allerdings kaum durch den USB 3.0 Port.

Was bleibt also festzustellen? Das ZOOM UAC-2 ist ein tolles Produkt und zielt auf Profis ab. Daher kann man über die Mono Problematik noch eher hinwegsehen als beim Steinberg UR22 MK2, Produzenten interessieren sich kaum für Programme die solche Einstellungen nicht vornehmen lassen. Aber übertritt es denn die anderen Interfaces deutlich? Immerhin kostet es momentan 80€ mehr als das UR22. Und hier muss man sagen, nein das tut es nicht. Preislich konkuriert das ZOOM UAC-2 nur mit dem Komplete Audio 6 welches mehr Anschlüsse bietet und keine Monoproblematik mit sich bringt. 

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