Razer Ripsaw im Test

Razer ist mit gro­ßem Abstand der bekann­teste Her­stel­ler in unse­rer Cap­ture Cards Test­reihe. Team Green ist bekannt für seine hoch­prei­sige Gaming Hard­ware und hat über die Jahre eine rie­sige Fan­ge­meinde auf­ge­baut. Seit eini­gen Jah­ren drin­gen die Kali­for­nier auch ins Strea­ming Métier ein. Neben dem Mikro­fo­nen Siren und Siren Pro gehört auch die Cap­ture Card Razer Ripsaw zum Ange­bot. In die­sem Test erfahrt Ihr was die Gaming Spe­zia­lis­ten hier fabri­ziert haben.

Apple-esque

Ob man Razer mag oder nicht ist und bleibt Geschmacks­sa­che. Wir fin­den die meis­ten Pro­dukte der Kali­for­nier zwar gut aber meist zu teuer und eben nicht sehr gut. In Sachen Unbo­xing Expe­ri­ence gewinnt Razer aber den Blu­men­topf die­ses Ver­gleichs. Bes­ser bekommt man sowas nur bei Apple. Hier gibt es keine bil­li­gen wei­ßen Boxen oder ähn­li­ches, bei Razer ist alles bis zum letz­ten Stück Kar­ton durch­de­si­gned. Als ers­tes wird der Nut­zer von einer emo­tio­na­len Nach­richt von Min-Liang Tan, sei­nes Zei­chens CEO und Grü­ner von Razer, begrüßt. Da bleibt kein Auge tro­cken. Trotz erschwer­ter Sicht konnte ich aber mit Über­ra­schung fest­stel­len, dass hier eini­ges bei­ge­fügt wurde. Neben der Cap­ture Card und den übli­chen Ver­däch­ti­gen HDMI und USB, gibt es zusätz­lich eine aus­führ­li­che far­bige Anlei­tung, ein Com­po­nent Multi Kabel, ein 3,5mm Klin­ken­ka­bel sowie ein Com­po­nent AV Kabel. Das ist super und bedeu­tet, dass auch die Nin­tendo Wii, Xbox 360 sowie die PS3 die es mit der HDCP Ver­schlüs­se­lung noch nicht so sport­lich sah wie ihr Nach­fol­ger ohne Pro­bleme auf­nehm­bar sind. Ins­ge­samt sind wir auch mit der Län­gen der Kabel zufrie­den, ledig­lich das 1,2 Meter lange USB Kabel hätte einen Tick län­ger sein dür­fen. Ein paar Razer Sti­cker gibt’s übri­gens noch dazu. Ich sagte ja, Apple.

Razer Ripsaw Oberseite

Auf der Ober­seite befin­det sich ein sty­li­sches Razer Logo.

Die Razer Ripsaw wiegt 185 Gramm und misst 1,7 cm in der Höhe, 12,9 cm in der Breite und 8,5 cm in der Länge. Die Ober­seite ist matt­schwarz lackiert, mit­tig prangt ein sty­li­sches Razer Logo. Die Unter­seite der Razer Ripsaw ist gum­mi­ert und bie­tet selbst auf glat­ten Ober­flä­chen sehr guten Halt. An den Außen­sei­ten wurde Glanz­lack genutzt, was für uns natür­lich abso­lut uner­klär­lich ist weil durch das Ein- und Aus­ste­cken von Kabeln der Lack um die Ports herum sowieso gefähr­det ist. Aber sei’s drum. 

Razer Ripsaw Rückseite

An der Rück­seite befin­det sich der USB 3.0 Port, die Com­po­nent und HDMI Inputs sowie der HDMI Pass Through.

An der Vor­der­seite lie­gen zwei Klin­ken­an­schlüsse, einer davon für euer Mikro­fon. Mit­tig liegt die Sta­tus LED der Razer Ripsaw. Die leuch­tet zwar nicht so schön wie die Black­wi­dow Chroma aber immer­hin. An der Rück­seite befin­det sich links der Micro USB B Port für die Ver­bin­dung mit eurem Com­pu­ter, der Com­po­nent und HDMI Ein­gang sowie der bekannte HDMI Out Pass Through. Ins­ge­samt gefällt uns das doch sehr gut.

Razer Ripsaw Front

Die Vor­der­seite der Ripsaw zeigt die bei­den 3,5mm Klin­ken Ports sowie die Sta­tus LED.

Wäre Syn­aspe ein gutes Programm…

…wäre die Instal­la­tion der Razer Ripsaw vor­bild­lich. Sobald das Gerät ver­bun­den ist poppt die auto­ma­ti­sche Instal­la­tion von Razer’s all-in-one Lösung Syn­apse auf. Syn­apse kann alles, instal­liert alles und lässt euch das auch regel­mä­ßig wis­sen. Mit Updates die kon­se­quent einen Neu­start erfor­dern. Für die gesamte Soft­ware ist übri­gens ein Razer Konto nötig. Die Regis­trie­rung ist natür­lich kos­ten­los. Nach der Instal­la­tion von Syn­apse soll Razer Cor­tex instal­liert wer­den. Los geht’s und Neu­start. Cor­tex ist eine Mischung aus Shop, Game Boos­ter, NVI­DIA Shadow­play Abklatsch und Cap­ture Card Soft­ware in einem. Iro­ni­scher­weise sinkt die Per­for­mance beim Nut­zen von Cor­tex enorm. Zudem wirkt das ganze Pro­gramm überladen.

Razer Ripsaw Cortex Gamecaster Menu

Cor­tex ist eine Mischung aus Shop, Game­boos­ter und Strea­ming Software.

Eine Vor­schau für eure Auf­nahme fin­det ihr etwas ver­steckt unter Game­cas­ter / Im Spiel / Geräte / Viewer öff­nen. Das Inter­face des Game­cas­ters kann mit der Kon­kur­renz nicht mit­hal­ten. Dass die Auf­nah­men nur per Short­cut begon­nen wer­den kön­nen könnte man ver­kraf­ten, wenn das Pro­gramm nicht maxi­mal 20 Frames pro Sekunde zei­gen würde. Ledig­lich ein­mal haben wir es geschafft eine ruck­el­freie Vor­schau zu star­ten. Das heißt aber nicht, dass die Razer Ripsaw wert­los ist. Ledig­lich Cor­tex ist eine Aus­ge­burt der Hölle. Gott sei Dank gibt es das Schwei­zer Taschen­mes­ser der Strea­ming Com­mu­nity: OBS. 

Razer Ripsaw Cortex Gamecaster

Im Game­cas­ter könnt ihr euren Vide­o­feed zumin­dest als Sli­de­show sehen.

Open Broad­cas­ter Soft­ware ist zur Stelle

Es folgt eine kleine Erklä­rung zum Pro­gramm. Falls Ihr cool seid und nur Infos zur Razer Ripsaw lesen möch­tet springt zur nächs­ten Überschrift. 

Im Gegen­satz zum Kon­kur­renz­pro­dukt XSplit ist die Open Broad­cas­ter Soft­ware ist ein kos­ten­lo­ses Pro­gramm zum Auf­neh­men und Strea­men. Ihr fin­det den Down­load hier. Öff­net die Soft­ware und folgt die­ser Anlei­tung um die Razer Ripsaw zu verwenden:

  1. Unten fin­det ihr 3 Tabs: Sze­nen“, Quel­len“ und Mixer“. Rechts­klickt in Quel­len­feld und wählt: Hin­zu­fü­gen“ / Video­auf­nah­me­ge­rät“.
  2. Wäht Neu erstel­len“ und benennt das Gerät. Akti­viert Quelle sicht­bar machen“.
  3. Nutzt fol­gende Ein­stel­lun­gen: Gerät: Razer Ripsaw Game Cap­ture Card Video“, Auflösung/​FPS Typ: Benut­zer­de­fi­niert“, Auf­lö­sung: 1920×1080“. FPS: 60“, Audio-Aus­gabe-Modus: Audio­aus­gabe auf dem Desk­top (Direct­Sound)“ [nur wenn Ihr an eurem PC spie­len möch­tet rele­vant]. Klickt OK.
  4. Navi­giert oben links zu Datei“ / Ein­stel­lun­gen“.
  5. Falls Ihr nur Auf­neh­men möch­tet igno­riert Punkt 6. 
  6. Gebt im Tab Stream den Streamschlüs­sel“ eurer Platt­form an. Wählt in Aus­gabe“ im Tab Stream“ fol­gende Ein­stel­lun­gen: Codie­rer: x264“, Aus­gabe ums­ka­lie­ren 1280×720“, von oben nach unten: CBR“, 3500“, nein, 0“, Stan­dard, high“, „(nichts)“, nein, nichts. 
  7. Wählt im Tab Auf­neh­men“ zuerst euren Auf­nah­me­ord­ner. Wählt dann: mp4“, x264“, 1280×720“, CBR“, 20000“, 0“, Stan­dard, high“, „(nichts)“, nein, nichts. Über einer Bitrate von 20.000 erken­nen wir keine Unter­schiede mehr. Tes­tet gerne selbst und wählt den nied­rigst­mög­li­chen Wert um Spei­cher­platz zu spa­ren. 1080p60 ist zwar bei Auf­nah­men Pflicht, wird aller­dings beim Strea­men nicht empfohlen. 
  8. Wählt im Tab Video“: Auf­lö­sung eures Moni­tors, 1280×720“, Bicu­bic“, 60“. Klickt OK.
  9. Einen Stream oder eine Auf­nahme star­tet ihr rechts.

Diese Ein­stel­lun­gen sind abhän­gig von der Leis­tung eures Com­pu­ters sowie eurer Inter­net­ver­bin­dung. Diese Ein­stel­lun­gen basie­ren auf den Emp­feh­lun­gen von Twitch. Eine grund­sätz­li­che Lösung gibt es nicht.

Latenz­frei und problemlos

Die Auf­nah­me­qua­li­tät der Razer Ripsaw über OBS ist makel­los. Mit einer Auf­lö­sung von 1080p und 60 Bil­dern pro Sekunde steht dem erfolg­rei­chen Gaming Stream auf Twitch nichts mehr im Wege. Es sind keine Frag­mente oder ähn­li­ches zu erken­nen, die Frame­rate ist sta­bil. Der Sound ist laut und klar.

Auch bei der Latenz über­zeugt die Razer Ripsaw. Mit 17 Frames bei 96 FPS liegt sie auf Augen­höhe mit der Elgato Game Cap­ture HD60 S. Mit 177 ms Ver­zö­ge­rung sind die meis­ten Spiele ohne Pro­bleme im Vor­schau­fens­ter spielbar.

Für den Zweck geeignet

Abschlie­ßend bleibt zu sagen, dass die Razer Ripsaw abso­lut in der Lage ist tolle Auf­nah­men zu ermög­li­chen. Cor­tex wür­den wir gene­rell igno­rie­ren und direkt zu OBS wech­seln. Als Strea­mer führt sowieso kein Weg an der Soft­ware vor­bei. Damit erhal­tet Ihr nicht nur Zugang zu flüs­si­gem Game­play und pro­blem­lo­sen Auf­nah­men und Über­tra­gun­gen, es eröff­nen sich auch neue Mög­lich­kei­ten durch Plug-Ins und beson­dere Ein­stel­lun­gen. Ent­ge­gen unse­rer Aus­sa­gen vom Anfang ist die Razer Ripsaw momen­tan die güns­tigste Cap­ture Card im Ver­gleich. Zusätz­lich über­zeugt der Lie­fer­um­fang. Die Razer Ripsaw ist trotz der schwa­chen Soft­ware unser Preis-Leis­tungs-Sie­ger. Wer auf einige Fea­tures wie nach­träg­li­ches Auf­neh­men ver­zich­ten kann sollte hier zugrei­fen. Lasst euch das auf der Zunge zer­ge­hen. Razer ein Preis-Leis­tungs-Sie­ger im Jahre 2017. Ver­rückte Welt.

87 %

Gesamtbewertung

Fazit

Die Razer Ripsaw bietet tolle Aufnahmequalität, ansprechendes Design und ordentlichen Lieferumfang. Lediglich die vermeidbare Software verhindert eine höhere Wertung.

Capture Cards Preis-Leistung Siegel

Aufnahmequalität (30%)

  • tolle Audio- und Videoqualität

Latenz (20%)

  • niedrige Latenz von 177 ms
  • In OBS spielbar

Software (15%)

  • Treiber funktionieren problemlos
  • Cortex ruckelt und ist keine Option
  • keine zusätzlichen Features wie nachträgliches Aufnehmen

Effizienz (15%)

  • 1,5 GB pro 10 Minuten Aufnahme
  • kinderleichte Installation

Lieferumfang (10%)

  • tolle Unboxing Experience
  • Kabellänge ausreichend
  • zusätzliche Kabel
  • Konkurrenz teilweise stärker

Design (10%)

  • cooler Look
  • guter Halt durch gummierte Unterseite
  • anfälliger Glanzlack

Preisvergleich