Der Saug­ro­bo­ter Bot­Vac D85 von Neato star­tete sehr viel­ver­spre­chend in unse­ren Saug­ro­bo­ter Test. Wäh­rend er die beste Saug­leis­tung auf­zeigte, lie­ßen ihn lei­der sim­pelste Hin­der­nisse etwas ins Wan­ken gera­ten. Durch diese klei­nen Pro­blem­chen schaffte es der D85 schließ­lich nur noch auf Platz 2. Ange­fan­gen mit der sper­ri­gen Form und dem Pia­nolack auf der Ober­seite, der im Punkt Rei­ni­gung des Geräts“ immer für Abzug sorgt (Fin­ger­ab­drü­cke direkt sicht­bar), war auch das Sys­tem der Durch­füh­rung nicht ganz zufrie­den­stel­lend. Durch was der Neato Bot­Vac D85 trotz der bes­ten Saug­kraft den ers­ten Platz her­ge­ben musste wird fol­gend in unse­rem Test 2017 vorgestellt.

Wieso diese Form?

Mög­li­cher­weise wollte sich Neato mit dem Bot­Vac D85 schon durch die Form von der Kon­kur­renz abset­zen. Das ist zwar gelun­gen, doch lei­der nicht im posi­ti­ven Sinne. So wirkt er nicht nur durch seine lang­same Schnel­lig­keit beim Sau­gen etwas sper­rig, son­dern ver­mit­telt die­sen Ein­druck auch über die Form. Eine runde Form ist nicht umsonst von allen rest­li­chen Her­stel­lern gewählt wor­den. Anders als der Roomba 615 stellt sich der D85 bei Hin­der­nis­sen nicht ganz so gut an. Das Sys­tem bei der Durch­füh­rung ist zwar in kla­ren Bah­nen zu erken­nen, doch bei Hin­der­nis­sen wie Stüh­len, Schrän­ken oder schlicht in Ecken tut die Form ihr Übri­ges. Dadurch weißt der Bot­Vac trotz der bes­ten Saug­kraft leichte Schwä­chen in der kom­plet­ten Bear­bei­tung des Rau­mes auf. Das ist schade, da die Form ein­fach ungüns­tig gewählt ist und die damit gewollte Cor­ner Smart-Tech­no­lo­gie“ nicht immer greift. Manch­mal kommt er in die Ecken, manch­mal nicht.

Nichts­des­to­trotz hat der Staub­sauger­ro­bo­ter von Neato nicht umsonst als Zwei­ter abge­schlos­sen. Die Saug­kraft ist ein­zig­ar­tig und auch die Akku­lauf­zeit ist uner­reicht. Zudem ist, wie bei allen Model­len, die Laut­stärke in Ord­nung und auch die Instal­la­tion sehr simpel.

Top­wert

In unse­rem Saug­test, in dem jedes Modell 140 Gramm Staub zum Auf­sau­gen bekom­men hat, nahm der Neato Bot­vac D85 ganze 116,8 Gramm Staub auf. Das ist uner­reichte Spit­zen­klasse. Der 41 Watt Motor erklärt die­ses phä­no­me­nale Test­ergeb­nis. Wer nun davon aus­geht, dass der ener­gie­ver­brau­chende Motor nur unter einer Stunde pro Zyklus sau­gen kann, liegt jedoch falsch. So hält der Akku für satte 90 Minu­ten. Neato ver­spricht dadurch eine Flä­che von bis zu 280 Qua­drat­me­ter pro Zyklus. Das konn­ten wir in unse­rem Test­sze­na­rio nicht ganz aus­tes­ten, Fakt ist aber, dass der Akku echt lange hält und der Neato dadurch am bes­ten ist für große Flä­chen. Dass das ganze noch mit der bes­ten Saug­leis­tung kom­bi­niert wer­den konnte ist eine starke Leistung.

Die Laut­stärke ist dabei mit 66,7 Dezi­bel im Nor­mal­be­reich und gibt kei­nen Grund zur Kri­tik. Etwas auf­fäl­lig ist, das Neato kei­nen Lithium-Ionen Akku ver­wen­det. Der Leis­tung tut es zwar kei­nen Abbruch, aber da Lithium-Ionen am effek­tivs­ten sind ist es nicht nach­voll­zieh­bar. Der Nickel-Metall­hy­drid Akku schafft es trotz­dem auf starke 4000 mAh, was die lange Leis­tung des Nea­tos erklärt. Erstaun­lich ist dabei die kurze Lade­zeit von zwei bis drei Stun­den. In die­sem Bereich hat der Bot­Vac D85 also gänz­lich überzeugt.

Timer vor­han­den, Bedie­nung fummelig

In ers­ter Linie hat uns die sper­rige Form ein­fach nicht gefal­len. Trotz der ange­kün­dig­ten Cor­ner Smart-Tech­no­lo­gie“ hat das Umge­hen mit Hin­der­nis­sen und Ecken nicht über­zeugt und war der Haupt­grund für das degra­die­ren auf den zwei­ten Platz. Doch auch die Bedie­nung war etwas schwe­rer, als bei ande­ren Model­len. Manch­mal ist gut gemeint“ das Gegen­teil von gut“. So auch bei der Touch-Bedie­nung des Bot­vac D85. Zwar sind die Mög­lich­kei­ten über ver­schie­dene Modi sehr gelun­gen, doch das Ein­stel­len selbst ist etwas fum­me­lig. So muss sich mit Pfeil­tas­ten durch das Menü geklickt wer­den, bis die rich­tige Ein­stel­lung vor­ge­nom­men wer­den kann.

Posi­tiv ist aber, vor allem im Ver­gleich zum iRo­bot Roomba 615, dass viele Modi ein­stell­bar sind. Vor­al­lem der Timer ist sehr sinn­voll und ver­schafft dem D85 wert­volle Punkte. So ist ein Sport-Rei­ni­gungs­mo­dus ein­zu­stel­len, um den Robo­ter auf eine bestimmte Flä­che fokus­sie­ren zu las­sen. Oder eine Inten­siv­rei­ni­gung, wodurch der Bot­vac D85 eine Flä­che eben öfter rei­nigt. Auch der Timer funk­tio­niert sehr gut, ist er über die etwas gewöh­nungs­be­dürf­tige Bedie­nung eingestellt.

Der 0,7 Liter Staub­be­häl­ter ist sehr ein­fach zu rei­ni­gen und auch die Instal­la­tion ist direkt nach dem Anschlie­ßen der Home-Sta­tion abge­schlos­sen. Der Bot­Vac kann direkt loslegen.

Nach dem ers­ten Rei­ni­gungs­pro­zess hat sich schon gezeigt, dass das Dis­play zu mehr Pro­ble­men führt, als nur die unhand­li­che Bedie­nung. Es hat sich Staub zwi­schen Touch­screen und Schutz­glas abge­la­gert. Das ist natür­lich vor allem bei einem Staub­sauger die­ser Klasse ein No-Go!

Ins­ge­samt super

Nun ist bei uns nach der Bepunk­tung der Roomba 615 als Sie­ger her­vor­ge­gan­gen. Auch der Neato Bot­Vac D85 hat aber Gewin­ner­po­ten­tial. Viele gute Ansätze, vor allem in den Ein­stel­lun­gen und in der Saug­leis­tung, wer­den unse­rer Mei­nung nach durch die Form und die Bedie­nung des Menüs etwas gedämpft. Da keine Fern­be­die­nung bei­liegt ist das Ein­stel­len der Modi etwas umständ­lich und die Form lässt den Bot­Vac D85 an so man­chen Hin­der­nis­sen schei­tern. Er stößt sie zwar nicht um oder kommt dadurch nicht aus sei­nem Sys­tem, aber die Gründ­lich­keit der Rei­ni­gung in Bezug auf die Flä­che ist etwas nach­läs­sig. Da dies natür­lich eines der Haupt­kri­te­rien ist muss sich der Neato Bot­Vac D85 mit einem zwei­ten Platz zufrie­den geben, wenn­gleich die­ser sehr stark und ohne Kon­kur­renz von Platz drei ver­tre­ten wird. Letzt­lich­lässt sich der Preis durch das kluge Sys­tem recht­fer­ti­gen, wenn nun noch die kom­plette Flä­che gerei­nigt wird lan­det das Nach­fol­ger­mo­dell womög­lich auch auf Platz eins.

86 %

Gesamtbewertung

Fazit

Ein sehr guter Saugroboter, der durch die verschiedenen Modi und die starke Saugkraft überzeugt. Die fehlende Gründlichkeit ist etwas schade.

Saugen (30%)

  • die beste Leistung im Test
  • kluges System
  • kein genaues Umkurven von Hindernissen
  • manchmal Mängel in der flächendeckenden Reinigung

Bedienung (30%)

  • Programmierung via Display…
  • viele Modi zur Auswahl
  • …aber Menüführung per Touch umständlich
  • keine Fernbedienung

Akkulaufzeit (20%)

  • die beste Leistung im Test
  • 1,5 Stunden Laufzeit sind Topwert
  • bei 2-3 Stunden Ladezeit erstaunlich gut

Verarbeitung & Design (20%)

  • hochwertig verarbeitet
  • die eckige Form ist gut gemeint, aber nicht ganz ausgereift
  • Schutzglas des LCD-Bildschirms leicht undicht
  • Pianolack

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