Hauppauge HD PVR Rocket im Test

Die HD PVR Rocket wurde uns freund­li­cher­weise vom Her­stel­ler Hauppauge zur Ver­fü­gung gestellt.

Hauppauge gehörte zu den ers­ten Unter­neh­men die auf den Cap­ture Card Zug auf­spran­gen. Das 1984 gegrün­dete, US-ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men bie­tet pri­mär digi­tale TV- und Video­pro­dukte an. In die­sem Test erfahrt Ihr ob die Hauppauge HD PVR Rocket wirk­lich die mobile, eigen­stän­dige Video­schnitt­karte ist, die sie vor­gibt zu sein.

Lie­fer­um­fang sondergleichen

Die HD PVR Rocket kommt im schlich­ten, schwar­zen Plas­tik­look. Hin­ter dem mit­tig ange­brach­ten Ring ver­ber­gen sich die Sta­tus LEDs. An der Vor­der­seite befin­det sich der Mikro­fon Ein­gang sowie der USB Port für die direkte Auf­nahme auf Spei­cher­me­dien. Das beson­dere an der Rocket ist näm­lich, dass die Auf­nahme auch ohne Com­pu­ter mög­lich ist. Mehr dazu aber spä­ter. An der Rück­seite befin­det sich der USB Port für die Strom­ver­sor­gung bzw. die optio­nale Ver­bin­dung mit einem Com­pu­ter. Dane­ben liegt der A/V In für die Ver­bin­dung mit älte­ren Kon­so­len. Dane­ben liegt der latenz­freie HDMI Pass Through sowie der HDMI Ein­gang. Auf der Ober­seite befin­det sich der große Auf­nah­me­knopf sowie ein Feld zur Audio­ein­stel­lung. Hier lässt sich die Laut­stärke anpas­sen bzw. das Mikro­fon muten.

Dank des gro­ßen Lie­fer­um­fangs kauft man mit der Rocket fast schon ein Kom­plett­pa­ket. Es fehlt nichts um direkt mit der You­Tube Kar­riere zu begin­nen. Beson­ders beein­druckt waren wir vom mit­ge­lie­fer­ten Lava­lier Mikro­fon. Mit einer Kabel­länge von 1,5 Metern könnte es zwar etwas län­ger sein, die Qua­li­tät über­rascht aller­dings. Tat­säch­lich sind wir der Mei­nung, dass die meis­ten Nut­zer kein bes­se­res Mikro­fon zuhause haben. Auch hoch­prei­sige Gaming Head­sets klin­gen nicht bes­ser. Wer also kein Groß­mem­bran­mi­kro­fon sein Eigen nennt sollte die Rocket alleine dafür im Kopf behal­ten. Zusätz­lich dazu erhal­tet ihr ein USB Kabel mit 1,8 Metern Länge wel­ches zwei Anschlüsse besitzt, einen für die Strom­ver­sor­gung über die Kon­sole und einen für den Daten­über­trag zum PC. Das mit­ge­lie­ferte HDMI Kabel ist unse­res Meter­stabs nach 1,5 Meter lang, Hauppauge misst hier 2. Bei­des sollte in Ord­nung sein. Eine Wer­be­aus­sage der Ame­ri­ka­ner kön­nen wir direkt bestä­ti­gen, die Rocket ist klein und leicht. Mit 134 Gramm und Maßen von 3,2 cm in der Höhe, 12 cm in der Breite und 8,9 cm in der Länge ist die Game Cap­ture HD60 S aber klei­ner und leich­ter. Wer also den dekla­rier­ten HD-Video­re­cor­der im Taschen­for­mat“ sucht fin­det ihn bei Elgato.

Stand-Alone für die Couch Gamer

Wohl­ge­merkt bie­ten die Deut­schen keine Mög­lich­keit ohne PC zu recor­den. Genau das ist aber die Beson­der­heit der Rocket. Ein­fach das Gerät per HDMI und USB an die Kon­sole ver­bin­den, den HDMI Pass Through an euren Fern­se­her hän­gen und einen USB Stick an die Rocket anschlie­ßen. Bei Bedarf könnt Ihr euer Lava­lier Mikro­fon anschlie­ßen und den roten Knopf drü­cken. Voilà, die Auf­nahme läuft. In der Form funk­tio­niert das bei kei­nem ande­ren Gerät. Da wir die Geräte aber unter­ein­an­der ver­glei­chen wer­den wir diese Beson­der­heit geson­dert Wer­ten und den Test am PC durchführen.

Hauppauge Cap­ture

Cap­ture ist das Auf­nah­me­pro­gramm der Rocket. Die Instal­la­tion ist soweit ein­fach, der User fin­det sich in einem über­sicht­li­chen Inter­face wie­der. Links lie­gen die ver­schie­de­nen Ein­stel­lun­gen. Die Auf­nahme ist natür­lich auch über die Soft­ware start­bar. Unter Erwei­tert“ fin­den sich einige mehr oder weni­ger rele­vante Ein­stel­lun­gen. Bei­spiels­weise lässt sich hier auch eine Face­cam inklu­sive absurd häss­li­chen Rah­men ein­bin­den. Das wollte in unse­rem Test nicht funk­tio­nie­ren. Die Soft­ware hing sich auf und erkannte dar­auf­hin die Quelle nicht mehr. Wie immer emp­feh­len wir fürs Strea­ming die Nut­zung von OBS. 

Hauppauge bie­tet ähn­lich wie Elgato die Skip­Back Funk­tion an. Unter dem Auf­nahme But­ton lässt sich zusätz­lich die gewünschte Zeit die gespei­chert wer­den soll ein­ge­ben. Zum Ver­ständ­nis : wenn Ihr 10 Minu­ten angebt wer­den die ver­gan­ge­nen 10 Minu­ten nach­dem Ihr die Auf­nahme star­tet gespei­chert. Eure Auf­nahme star­tet also nicht bei 0:00 son­dern bei 10:00 und läuft von dort an wei­ter. Das funk­tio­niert gut und hilft euch dabei eure High­lights und ähn­li­ches im Nach­hin­ein auf­zu­neh­men. Skip­Back funk­tio­niert ledig­lich im TS und M2TS For­mat. Falls ihr die Auf­nah­men schnei­den bzw. ren­dern möch­tet müsst Ihr die Dateien kon­ver­tie­ren. Dabei hilft euch der Bear­bei­ten“ Tab von Cap­ture. Bedau­er­li­cher­weise wird uns nicht klar was hier bear­bei­tet wer­den kann. In unse­rem Test konn­ten nicht mal Schnitte gesetzt wer­den weil der But­ton dafür ver­schwin­det. Der .mp4 Export funk­tio­niert aller­dings problemlos.

Ins­ge­samt bie­tet Cap­ture ein ordent­li­ches Inter­face und einige inter­es­sante Funk­tio­nen, aller­dings wirkt das Ganze etwas halb­gar und könnte wei­tere Updates gebrauchen.

Unspiel­bar durch Latenz

Wer die Instal­la­tion hin­ter sich gelas­sen und eine sei­ner Kon­so­len gestar­tet hat dem wird schnell auf­fal­len, dass die Rocket eine unspiel­bare Latenz in der Vor­schau auf­weist. Wir möch­ten beto­nen, dass Hauppauge auch nichts ande­res kom­mu­ni­ziert. Auf der Pro­dukt­seite steht im Prin­zip, dass man den HDMI Pass Through nut­zen soll um latenz­frei zu spie­len. Das macht es unglück­li­cher­weise nicht bes­ser da die Kon­kur­renz hier deut­lich stär­ker ist. Es han­delt sich hier nicht um einige Mil­li­se­kun­den Abwei­chung, son­dern um einen Delay von circa 1,32 Sekun­den (127 Frames bei 96 FPS).

Das ist selbst für Sin­gle­player-Games viel zu hoch. In Unchar­ted wird selbst das Lau­fen zur Her­aus­for­de­rung. Da hat es uns bei der Ehre gepackt. Wie ist solch eine Abwei­chung mög­lich ? Der Fla­schen­hals bei der Über­tra­gung der Daten ist der USB Aus­gang. Er limi­tiert die Geschwin­dig­keit und kann dadurch auch zu Ver­zö­ge­run­gen füh­ren. Fakt ist, dass USB 2.0 im rea­len Betrieb 33 – 40 MB/​Sekunde leis­tet wäh­rend 3.0 bei 275 – 300 MB/​Sekunde liegt. Lei­der konn­ten wir keine genauen Anga­ben zur ver­wen­de­ten Ver­sion auf der Home­page oder auf den Kabeln fin­den. Die Nut­zung der Soft­ware HWiNFO“ konnte uns schließ­lich fol­gen­des Ergeb­nis liefern :

Die Rocket nutzt einen USB 2.0 High-speed Aus­gang. Das bedeu­tet aller­dings nur, dass die­ser Anschluss die ange­ge­be­nen 60 MB/​s unter Labor­be­din­gun­gen leis­ten kann. Hauppauge nutzt im Jahre 2017 also einen ver­al­te­ten Anschluss bei einem Gerät, dass laut Ama­zon am 4. Novem­ber 2013 ver­öf­fent­licht wurde.

Auf­nah­men die überzeugen

Bei der Auf­nah­me­qua­li­tät der Rocket gibt es nichts zu meckern. Wie die Kon­kur­renz lie­fert Hauppauge hier sehr gute Qua­li­tät und ermög­licht tolle Auf­nah­men eurer Game­plays. Beson­ders gefal­len hat uns hier die Effi­zi­enz der Auf­nah­men (1,35 GB pro 10 Minu­ten Aufnahme).

Zusätz­lich dazu zei­gen wir euch in die­sem Clip die Qua­li­tät des mit­ge­lie­fer­ten Mikrofons :

Für den Kon­so­lero interessant

Was soll man zur Rocket sagen ? Die Auf­nah­me­qua­li­tät ist über alle Zwei­fel erha­ben. Zudem gefällt uns das Kon­zept des Recor­der der ohne Com­pu­ter aus­kommt. Gerade für reine Kon­so­len­spie­ler die viel­leicht nicht den stärks­ten Rech­ner haben könnte die Idee inter­es­sant sein. Lei­der müs­sen die auf­ge­nom­me­nen Videos auch irgendwo geschnit­ten wer­den, des­halb wer­det ihr nicht ohne Rech­ner aus­kom­men. Auch der Lie­fer­um­fang der Karte ist mehr als ordent­lich und mit Abstand der beste in unse­rem Ver­gleich. Die Latenz der Karte grenzt in Anbe­tracht der kon­kur­rie­ren­den Video­schnitt­kar­ten aller­dings an eine Unver­schämt­heit. USB 2.0 im Jahre 2017 für knapp 150 Euro zu ver­kau­fen und auf den latenz­freien HDMI Aus­gang zu ver­wei­sen eben­falls. Ins­ge­samt wäre die Rocket sicher ein tol­les Pro­dukt im Jahre 2011. Heut­zu­tage fin­det ihr bes­se­res für weni­ger Geld.

79 %

Gesamtbewertung

Fazit

Die Hauppauge HD PVR Rocket eignet sich als Stand-Alone Gerät und bietet tolle Aufnahmen. Die Latenz enttäuscht, ein zweiter Monitor und die Nutzung des Pass Throughs sind unvermeidlich.

Für die Stand-Alone Funktionen erhöhen wir die Gesamtwertung der HD PVR Rocket um drei Punkte (76 auf 79).

Aufnahmequalität (30%)

  • sehr gute Aufnahmequalität

Latenz (20%)

  • extrem hohe Latenz (127 Frames bei 96 FPS= 1,32 Sekunden)
  • Unspielbar ohne zweiten Monitor über Pass Through

Software (15%)

  • übersichtlich und gut designed
  • Probleme bei der Webcam Einbindung

Effizienz (15%)

  • geringe Speicherauslastung (1,35 GB pro 10 Minuten Aufnahme)

Lieferumfang (10%)

  • bester Lieferumfang im Vergleich
  • gutes Mikrofon
  • USB 2.0

Design (10%)

  • klein und handlich
  • gummierte Füße bieten Halt

Preisvergleich


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