Hauppauge HD PVR Rocket

Die Hauppauge HD PVR Rocket wurde uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Hauppauge gehörte zu den ersten Unternehmen die auf den Capture Card Zug aufsprangen. Das 1984 gegründete, US-amerikanische Unternehmen bietet primär digitale TV- und Videoprodukte an. In diesem TechWatch Test erfahrt Ihr ob die Hauppauge HD PVR Rocket wirklich die mobile, eigenständige Videoschnittkarte ist, die sie vorgibt zu sein.

Die Hauppauge HD PVR Rocket eignet sich als Stand-Alone Gerät und bietet tolle Aufnahmen. Die Latenz enttäuscht, ein zweiter Monitor und die Nutzung des Pass Throughs sind unvermeidlich.

Hauppauge 01527 HD...
  • Portabler Stand-Alone HD Game Recorder! Stromversorgung über USB
  • Aufnahmen in H.264 bis zu 1080p von HDMI (ohne HDCP) und Component
  • Ideal für Xbox, PlayStation, Wii und PC Gamer

Lieferumfang sondergleichen

Die Hauppauge HD PVR Rocket kommt im schlichten, schwarzen Plastiklook. Hinter dem mittig angebrachten Ring verbergen sich die Status LEDs. An der Vorderseite befindet sich der Mikrofon Eingang sowie der USB Port für die direkte Aufnahme auf Speichermedien.

Das besondere an der Rocket ist nämlich, dass die Aufnahme auch ohne Computer möglich ist. Mehr dazu aber später. An der Rückseite befindet sich der USB Port für die Stromversorgung bzw. die optionale Verbindung mit einem Computer. Daneben liegt der A/V In für die Verbindung mit älteren Konsolen. Daneben liegt der latenzfreie HDMI Pass Through sowie der HDMI Eingang. Auf der Oberseite befindet sich der große Aufnahmeknopf sowie ein Feld zur Audioeinstellung. Hier lässt sich die Lautstärke anpassen bzw. das Mikrofon muten.

Dank des großen Lieferumfangs kauft man mit der Rocket fast schon ein Komplettpaket. Es fehlt nichts um direkt mit der YouTube Karriere zu beginnen. Besonders beeindruckt waren wir vom mitgelieferten Lavalier Mikrofon. Mit einer Kabellänge von 1,5 Metern könnte es zwar etwas länger sein, die Qualität überrascht allerdings. Tatsächlich sind wir der Meinung, dass die meisten Nutzer kein besseres Mikrofon zuhause haben. Auch hochpreisige Gaming Headsets klingen nicht besser. Wer also kein Großmembranmikrofon sein Eigen nennt sollte die Rocket alleine dafür im Kopf behalten. Zusätzlich dazu erhaltet ihr ein USB Kabel mit 1,8 Metern Länge welches zwei Anschlüsse besitzt, einen für die Stromversorgung über die Konsole und einen für den Datenübertrag zum PC. Das mitgelieferte HDMI Kabel ist unseres Meterstabs nach 1,5 Meter lang, Hauppauge misst hier 2. Beides sollte in Ordnung sein. Eine Werbeaussage der Amerikaner können wir direkt bestätigen, die Rocket ist klein und leicht. Mit 134 Gramm und Maßen von 3,2 cm in der Höhe, 12 cm in der Breite und 8,9 cm in der Länge ist die Elgato Game Capture HD60 S aber kleiner und leichter. Wer also den deklarierten „HD-Videorecorder im Taschenformat“ sucht findet ihn bei Elgato.

Stand-Alone für die Couch Gamer

Wohlgemerkt bieten die US-Amerikaner keine Möglichkeit ohne PC zu recorden. Genau das ist aber die Besonderheit der Hauppauge HD PVR Rocket. Einfach das Gerät per HDMI und USB an die Konsole verbinden, den HDMI Pass Through an euren Fernseher hängen und einen USB Stick an die Rocket anschließen. Bei Bedarf könnt Ihr euer Lavalier Mikrofon anschließen und den roten Knopf drücken. Voilà, die Aufnahme läuft. In der Form funktioniert das bei keinem anderen Gerät. Da wir die Geräte aber untereinander vergleichen werden wir diese Besonderheit gesondert Werten und den Test am PC durchführen.

Hauppauge Capture

Capture ist das Aufnahmeprogramm der Hauppauge HD PVR Rocket sowie der HD PVR 60 aus gleichem Hause. Die Installation ist soweit einfach, der User findet sich in einem übersichtlichen Interface wieder. Links liegen die verschiedenen Einstellungen. Die Aufnahme ist natürlich auch über die Software startbar. Unter „Erweitert“ finden sich einige mehr oder weniger relevante Einstellungen. Beispielsweise lässt sich hier auch eine Facecam inklusive absurd hässlichen Rahmen einbinden. Das wollte in unserem Test nicht funktionieren. Die Software hing sich auf und erkannte daraufhin die Quelle nicht mehr. Wie immer empfehlen wir fürs Streaming die Nutzung von OBS. 

Hauppauge bietet ähnlich wie Elgato die SkipBack Funktion an. Unter dem Aufnahme Button lässt sich zusätzlich die gewünschte Zeit die gespeichert werden soll eingeben. Zum Verständnis: wenn Ihr 10 Minuten angebt werden die vergangenen 10 Minuten nachdem Ihr die Aufnahme startet gespeichert. Eure Aufnahme startet also nicht bei 0:00 sondern bei 10:00 und läuft von dort an weiter. Das funktioniert gut und hilft euch dabei eure Highlights und ähnliches im Nachhinein aufzunehmen. SkipBack funktioniert lediglich im TS und M2TS Format. Falls ihr die Aufnahmen schneiden bzw. rendern möchtet müsst Ihr die Dateien konvertieren. Dabei hilft euch der „Bearbeiten“ Tab von Capture. Bedauerlicherweise wird uns nicht klar was hier bearbeitet werden kann. In unserem Test konnten nicht mal Schnitte gesetzt werden weil der Button dafür verschwindet. Der .mp4 Export funktioniert allerdings problemlos.

Insgesamt bietet Capture ein ordentliches Interface und einige interessante Funktionen, allerdings wirkt das Ganze etwas halbgar und könnte weitere Updates gebrauchen.

Unspielbar durch Latenz

Wer die Installation hinter sich gelassen und eine seiner Konsolen gestartet hat dem wird schnell auffallen, dass die Rocket eine unspielbare Latenz in der Vorschau aufweist. Wir möchten betonen, dass Hauppauge auch nichts anderes kommuniziert. Auf der Produktseite steht im Prinzip, dass man den HDMI Pass Through nutzen soll um latenzfrei zu spielen. Das macht es unglücklicherweise nicht besser da die Konkurrenz hier deutlich stärker ist. Es handelt sich hier nicht um einige Millisekunden Abweichung, sondern um einen Delay von circa 1,32 Sekunden (127 Frames bei 96 FPS).

Das ist selbst für Singleplayer-Games viel zu hoch. In Uncharted wird selbst das Laufen zur Herausforderung. Da hat es uns bei der Ehre gepackt. Wie ist solch eine Abweichung möglich? Der Flaschenhals bei der Übertragung der Daten ist der USB Ausgang. Er limitiert die Geschwindigkeit und kann dadurch auch zu Verzögerungen führen. Fakt ist, dass USB 2.0 im realen Betrieb 33-40 MB/Sekunde leistet während USB 3.0 bei 275-300 MB/Sekunde liegt. Leider konnten wir keine genauen Angaben zur verwendeten Version auf der Homepage oder auf den Kabeln finden. Die Nutzung der Software „HWiNFO“ konnte uns schließlich folgendes Ergebnis liefern:

Die Rocket nutzt einen USB 2.0 High-speed Ausgang. Das bedeutet allerdings nur, dass dieser Anschluss die angegebenen 60 MB/s unter Laborbedingungen leisten kann. Hauppauge nutzt im Jahre 2017 also einen veralteten Anschluss bei einem Gerät, dass laut Amazon am 4. November 2013 veröffentlicht wurde.

Aufnahmen die überzeugen

Bei der Aufnahmequalität der HD PVR Rocket gibt es nichts zu meckern. Wie die Konkurrenz liefert Hauppauge hier sehr gute Qualität und ermöglicht tolle Aufnahmen eurer Gameplays. Besonders gefallen hat uns hier die Effizienz der Aufnahmen (1,35 GB pro 10 Minuten Aufnahme).

Zusätzlich dazu zeigen wir euch in diesem Clip die Qualität des mitgelieferten Mikrofons:

Für den Konsolero interessant

Was soll man zur Hauppauge HD PVR Rocket sagen? Die Aufnahmequalität ist über alle Zweifel erhaben. Zudem gefällt uns das Konzept des Recorder der ohne Computer auskommt. Gerade für reine Konsolenspieler die vielleicht nicht den stärksten Rechner haben könnte die Idee interessant sein. Leider müssen die aufgenommenen Videos auch irgendwo geschnitten werden, deshalb werdet ihr nicht ohne Rechner auskommen. Auch der Lieferumfang der Karte ist mehr als ordentlich und mit Abstand der beste in unserem Vergleich. Die Latenz der Karte grenzt in Anbetracht der konkurrierenden Videoschnittkarten allerdings an eine Unverschämtheit. USB 2.0 im Jahre 2017 für knapp 150 Euro zu verkaufen und auf den latenzfreien HDMI Ausgang zu verweisen ebenfalls. Insgesamt wäre die HD PVR Rocket sicher ein tolles Produkt im Jahre 2011. Heutzutage findet ihr besseres für weniger Geld.

Vorschau Produkt
Hauppauge 01527 HD... Hauppauge 01527 HD...
  • Portabler Stand-Alone HD Game Recorder! Stromversorgung über USB
  • Aufnahmen in H.264 bis zu 1080p von HDMI (ohne HDCP) und Component
  • Ideal für Xbox, PlayStation, Wii und PC Gamer

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