AVer­Me­dia LIVE GAMER HD2 im Test

Die H727 von AVer­Me­dia war eine der ers­ten und belieb­tes­ten Cap­ture Cards für die frü­hen Vögel der Gaming Szene. In unse­rem Ver­gleich ist die AVer­Me­dia LIVE GAMER HD2 die ein­zige interne Cap­ture Card. Wer also kei­nen Desk­top-PC besitzt oder sich nicht traut die ein­fachs­ten Arbei­ten daran aus­zu­füh­ren muss eine der exter­nen Kar­ten wäh­len. Allen ande­ren dür­fen wir schon mal sagen : Uns gefällt die LIVE GAMER HD2 sehr gut. Mehr dazu jetzt.

Äußer­lich­kei­ten für Innen

Die AVer­Me­dia LIVE GAMER HD2 gehört ver­ständ­li­cher­weise zu den kleins­ten Gerä­ten im Ver­gleich. Mit Maßen von 9,7 cm in der Höhe, 1,7 cm in der Breite und 14 cm in der Länge sollte es kein Gehäuse geben das zu klein aus­fällt. Mit einem Gewicht von 155 Gramm ist auch das bei Gra­fik­kar­ten häu­fig auf­tre­tende Sag­ging“ aus­ge­schlos­sen. Das Gerät besitzt zwar keine Back­plate, nutzt dafür aber eine schwarze Pla­tine. Die Hülle der Karte besteht aus schwar­zem Metall. An der Ober­seite befin­det sich ein rotes RECen­tral Logo (zumin­dest ver­mu­ten wir das). Dane­ben liegt ein LED-beleuch­te­ter AVer­Me­dia Schrift­zug. Die Farbe schwankt zwi­schen weiß und blau und lässt sich nicht ändern. In unse­rer Farb­schema passt das lei­der nicht, die LEDs las­sen sich bei Bedarf aber dim­men. Ins­ge­samt wirkt die LIVE GAMER HD2 hoch­wer­tig verarbeitet. 

In Sachen I/O lie­fert AVer­Me­dia hier den abso­lu­ten Stan­dard : HDMI und Audio In, HDMI Pass-Through und Audio Out. Ein USB Kabel wird offen­sicht­lich nicht benö­tigt, lei­der spart AVer­Me­dia auch beim rest­li­chen Lie­fer­um­fang. Außer einem 1,5 Meter lan­gen HDMI Kabel und einer 3,5 mm Klinke gibt’s nix. Vor allem die Länge des Kabels stört uns da, durch die interne Ver­bau­ung und das Weg­fal­len eines USB Kabels die Reich­weite sowieso nied­ri­ger ist. Behal­tet das also im Kopf falls euer PC nicht um die Ecke steht.

Intern ? Und jetzt ?

Der größte Unter­schied zu den ande­ren Kar­ten im Ver­gleich ist der Umstand, dass es sich bei der LIVE GAMER HD2 wie erwähnt um eine fest ver­baute Cap­ture Card han­delt. Sie besitzt daher kei­nen USB Anschluss son­dern wird in einen PCI Express Slot gesteckt. Den sollte auch euer Com­pu­ter haben, falls er nicht schon belegt ist. In unse­rem Fall besitzt unser MSI X99S SLI PLUS zwar zwei PCIe Slots, einer ist aller­dings durch die Gra­fik­karte ver­deckt wäh­rend der andere mit einer Sound­karte belegt ist. Checkt das also vor dem Kauf. Die rest­li­che Instal­la­tion ist kin­der­leicht wenn man jemals sei­nen Com­pu­ter geöff­net hat. Hier trotz­dem eine kleine Anlei­tung für alle die sicher­ge­hen wollen.

  1. Schal­tet euren PC aus. Zieht das Strom­ka­bel und schal­tet das Netz­teil aus.
  2. Bevor Ihr PC Kom­po­nen­ten berührt soll­tet Ihr euch Erden. Berührt bspw. das Rohr eurer Heizung.
  3. Öff­net das Gehäuse eures Com­pu­ters und sucht einen freien PCIe Slot.
  4. Ent­fernt die Ver­de­ckung des Gehäu­ses an der pas­sen­den Stelle.
  5. Steckt die Karte in den PCIe Slot und ach­tet dar­auf, dass das I/O Shield ordent­lich ein­ras­tet“.

Das war’s auch schon. Das Gerät benö­tigt keine sepa­rate Strom­ver­sor­gung wes­halb Ihr auf erneu­tes Kabel­ma­nage­ment ver­zich­ten könnt.

RECen­tral 3

Wer jemals mit den frü­he­ren Ver­sio­nen von RECen­tral gear­bei­tet hat wird Gott oder den nächs­ten Ver­wand­ten für Ver­sion 3 dan­ken. Deut­li­che Ver­bes­se­rung ist fast unter­trie­ben. Aber fan­gen wir von vorne an. Ihr fin­det die nötige Soft­ware hier. Beach­tet den Tab Firm­ware“ dane­ben und ladet direkt den Instal­ler her­un­ter um eure Karte auf den neus­ten Stand zu brin­gen. Wir emp­feh­len die Ver­wen­dung der nor­ma­len aktu­el­len Ver­sion, die aktu­elle Beta führte in unse­rem Test zu Pro­ble­men. Da AVer­Me­dia von Spe­cial ver­sion. Install ONLY if encoun­ter one of below listed issues…“ spricht zeigt sich wie­der mal : Lesen hilft. Nach der Instal­la­tion der Soft­ware sowie des Firm­ware Updates kann es schon los­ge­hen. Schließt eure Kon­sole, zum Bei­spiel eine Xbox One, über den HDMI In Port der Karte an und öff­net RECen­tral. Ihr soll­tet kei­nen Sound hören. Um das zu ändern wählt unter Audio Device“ in der lin­ken Tool­bar Digi­tale Audio­schnitt­stelle“. Wei­ter unten könnt Ihr direkt die Auf­nahme Qua­li­tät fest­le­gen. In unse­rem Test konn­ten wir bei 1080p60 keine ekla­tan­ten Unter­schiede zwi­schen einer Bitrate von 60 MB/​s und 20 MB/​s fest­stel­len. Ledig­lich die Spei­cher­aus­las­tung konnte dras­tisch redu­ziert wer­den. Wir emp­feh­len daher 20 MB/​s. Wei­tere Ein­stel­lun­gen fin­det Ihr oben links im Rad.

Geringe Latenz durch PCIe ?

Im Test zur Hauppauge HD PVR Rocket konn­ten wir fest­stel­len, dass der USB 2.0 Port der Karte für die hohe Latenz ver­ant­wort­lich ist. Im Umkehr­schluss müsste das Gerät mit Abstand die nied­rigste Ver­zö­ge­rung auf­wei­sen, da die direkte PCIe Ver­bin­dung noch schnel­ler als ein USB 3.0 Port ist. Tat­säch­lich ist die Latenz der Karte gering, aber nicht gerin­ger als die der HD60S von Elgato oder der Ripsaw von Razer. Wir mes­sen 18 Frames bei 96 FPS und damit eine Ver­zö­ge­rung von 0,1875 ms. Wir möch­ten noch­mals beto­nen, dass wir uns hier in Berei­chen bewe­gen bei denen kleinste Abwei­chun­gen Dif­fe­ren­zen erzeu­gen. Die Laten­zen sind also Richt­werte und wir wer­ten keine Unter­schiede zwi­schen Elgato, Razer und AVer­Me­dia. Fakt ist : auch mit der AVer­Me­dia LIVE GAMER HD2 lässt sich ohne Pro­bleme im Vor­schau­fens­ter der Soft­ware spie­len. Damit ist auch pro­blem­lo­ses Strea­men mit OBS mög­lich ohne auf die Syn­chro­ni­sa­tion von Web­cam, Spiel und Mikro­fon ach­ten zu müssen.

In Sachen Auf­nah­me­qua­li­tät kön­nen wir dem Pro­dukt nur unser größ­tes Lob aus­spre­chen. Abso­lut per­fekt. Natür­lich auch hier wie­der in 1080p mit 60 FPS. Wie zuvor erwähnt ist die Auf­nahme mit einer Bitrate von 60 MB/​s völ­lig über­trie­ben. Die fol­gende Auf­nahme wurde mit 20 MB/​s auf­ge­nom­men und ist völ­lig frag­ment­frei. Viele User ver­ges­sen, dass gerade die Kon­ver­tie­rung von You­Tube die Qua­li­tät der Videos senkt. Checkt unser Game­play Video zur AVer­Me­dia Cap­ture Card :

Der Test­sie­ger heißt…

…AVer­Me­dia LIVE GAMER HD2. Geschenkt, dass die Karte nicht für jeder­mann ist. Mit ein­fa­cher Instal­la­tion, guter Soft­ware, nied­ri­ger Latenz, anspre­chen­dem Design und per­fek­ter Auf­nah­me­qua­li­tät macht die Video­schnitt­karte alles rich­tig. Mehr Kabel und einige Fea­tures wie die nach­träg­li­che Auf­nahme hät­ten es trotz­dem sein dür­fen. Letzt­lich gibt es aber das eine per­fekte Pro­dukt für alle nicht. Checkt auf­je­den­fall auch unse­ren Ver­gleichs­ar­ti­kel um die Alter­na­ti­ven zu sehen !

88 %

Gesamtbewertung

Fazit

Die AVerMedia LIVE GAMER HD2 ist unser Testsieger. Sie überzeugt durch tolle Aufnahmequalität, einfache Installation und deutlich verbesserte Software. Ärgerlich ist der schmale Lieferumfang sowie der höchste Preis im Vergleich.

Aufnahmequalität (30%)

  • perfekte Aufnahmequalität

Latenz (20%)

  • sehr geringe Latenz (18 Frames / 96 FPS = 185 ms)
  • in Software spielbar

Software (15%)

  • übersichtlich
  • riesiger Unterschied zu früheren Version
  • kein TimeShift Feature

Effizienz (15%)

  • Aufnahmen mit 20 MB/s zeigen keine Verschlechterung und sind effizient (~1,4GB pro 10 Minuten)
  • „optimale“ Einstellungen völlig übertrieben (4 GB pro 10 Minuten)

Lieferumfang (10%)

  • Grundausstattung wird geliefert
  • HDMI Kabel zu kurz
  • keine weiteren Kabel trotz hohem Preis

Design (10%)

  • hochwertige Verarbeitung
  • stylisches Design
  • einstellbare LEDs

Preisvergleich


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