Olympisch oder nicht?

Menschen in Arena verfolgen League of Legends Turnier live

Schon seit ein paar Monaten nehmen die Gerüchte über eine mögliche Programmerweiterung bei den olympischen Spielen 2022 kein Ende. Im chinesischen Hangzhou könnte eSports als neue Disziplin eingeführt werden. Wenn ich die ausverkauften Arenen für „League of Legends“- oder „Counterstrike“-Turniere sehe, finde ich den Versuch mit der Zeit zu gehen gar nicht so schlecht. Aber ist eSports wirklich Sport? Schach ist auch nicht olympisch, da einen guten Spieler keine besonderen motorischen Fähigkeiten ausmachen. Wir haben verschiedenen Stimmen dazu gesammelt und stellen euch dadurch die Pros und Contras zu eSports bei den Olympischen Spielen vor.

Lobbyarbeit deutlich spürbar

Dass dieses Thema überhaupt erst zur Diskussion steht ist grundsätzlich zwei Dingen zu verdanken. Erstens: die Spiele sind in Asien, dem dominierenden Kontinent wenn es um eSports geht. Während im „LoL“-Bereich wohl der südkoreaner Lee „Faker“ Sang-hyeok der beste Gamer der Welt ist, kann bei „CS“ wenigstens der polnische Filip „Neo“ Kubski in der absoluten Weltspitze noch mitreden.

Zurück zum Thema. Zweitens: das B2B-Online-Versandhaus „Alibaba“ hat bis heute einen extrem hohen Betrag in die eSports-Szene gesteckt. Die Tochtergesellschaft „Alisports“ feuerte mittlerweile 150 Millionen US-Dollar in die Förderung und in Lobbyarbeit. Offenbar mit Erfolg, denn nicht nur eine nach der anderen Halle wird bis auf den letzten Sitz ausverkauft, auch weitere große Unternehmen sehen darin einen lukrativen Markt. So tragen beispielsweise Teams bereits die Beinamen Telekom, Samsung, etc. und werden dafür reichlich monetär belohnt.

Die Voraussetzungen der Popularität sind also definitiv erfüllt. Dann scheint es doch fast schon logisch über eine Programmaufnahme zu diskutieren. Oder doch nicht?

DOSB sieht keinen Grund

Der Deutsche Olympische Sportbund sieht das zum Beispiel anders. „Eine eigene, sportartbestimmende motorische Aktivität“ sei nicht zu erkennen, was ein klares Ausscheidungskriterium darstellt. Da hat bisher auch die Gegenstimme von Timm Lutter vom Digitalverband „Bitkom“ nichts geholfen. Laut seiner Meinung müssen eSportler genau „wie die Teilnehmer traditioneller olympischer Disziplinen eine extrem schnelle Reaktionsfähigkeit, taktisches Geschick und strategisches Denken mitbringen“.

Die ESL, die Electronic Sports League, sieht ebenfalls keinen wirklichen Sinn in der Teilnahme. Dabei ist dieses Statement womöglich am aussagekräftigsten. Die ESL sieht sich stark genug auf die olympischen Spiele gar nicht angewiesen sein zu müssen. Der eSports boomt und der ESL geht es mehr als gut. Wieso also auf einen alten Zug aufspringen, wenn der Neue doch viel schneller und moderner ist? Was sagt ihr zu der Diskussion und mit was für einem Ergebnis rechnet ihr?

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