Ja, rich­tig gehört! Eine Kamera mit 16 Objek­ti­ven hat nun das Start Up Light“ ver­öf­fent­licht. Die Light L16 ver­spricht durch eine inno­va­tive Soft­ware Bil­der mit bis zu 52 Mega­pi­xeln! Mög­lich machen soll das Ganze ein bahn­bre­chen­der Algo­rith­mus, der 10 Kame­ra­bil­der gleich­zei­tig aus­löst und die ent­stan­de­nen Bil­der so über­ein­an­der legt, dass eine bis­her nie dage­we­sene Schärfe erreicht wird. Erst recht nicht für eine Kamera mit den Maßen 16,5 x 8,45 x 2,4 cm. Wir haben uns die L16 näher ange­schaut und ver­ste­hen nun das Poten­tial dahin­ter. Nicht ohne Grund wur­den bereits 65 Mil­lio­nen in das Unter­neh­men inves­tiert, unter ande­rem von Google, Stepstone oder Eclipse.

Die Soft­ware so wich­tig wie die Hardware“

Bei solch einem beein­dru­cken­den Kapi­tal wur­den natür­lich längst schon große Medi­en­un­ter­neh­men dar­auf auf­merk­sam. Dabei stellte vor allem das Wall Street Jour­nal die Revo­lu­tion der L16 gut dar:

What’s radi­cal about the L16 is that it makes camera soft­ware as important as the hardware.

Mit die­ser Aus­sage trifft das welt­weite Maga­zin den Nagel auf den Kopf. Die Tech­nik ist beein­dru­ckend. Ein­fach erklärt lässt es sich so dar­stel­len: Eine Kamera wurde bis­her immer durch ein ein­zi­ges Objek­tiv bedient. Ent­spre­chend hängt die Qua­li­tät des Bil­des von der Hard­ware ab: je bes­ser das Objek­tiv, desto bes­ser das Bild (natür­lich trägt auch die rest­li­che Kamera ihren Teil dazu bei, doch las­sen wir das mal so ste­hen). Wenn die L16 nun ein Bild auf­nimmt küm­mert sich nicht nur ein Objek­tiv um die Schärfe, son­dern gleich 10 bis 16!

Heißt im Klar­text: Jedes Objek­tiv hat einen leicht ande­ren Blick­win­kel, eine leicht andere Per­spek­tive. Sowohl 28mm-, 70mm- und 150mm-Objek­tive feu­ern gleich­zei­tig, wodurch 10 eigene Bil­der ent­ste­hen. Dann ist der Algo­rith­mus an der Reihe: er schnei­det die ein­zel­nen Bil­der so über­ein­an­der, dass er jeden Qua­drat­mil­li­me­ter des Bil­des scharf dar­stel­len kann, wodurch er bis zu 52 Mega­pi­xel ent­ste­hen las­sen kann.

Bis­her nur am PC möglich

Dabei ist eine Sache noch wich­tig zu erwäh­nen. Die erste Gene­ra­tion der L16, die in Europa übri­gens 2.000 Euro kos­tet, schafft die­sen Algo­rith­mus bis­her nur über die mit­ge­lie­ferte Soft­ware am PC. Die Light L16 selbst stellt nur eine abge­speckte Ver­sion der Fotos dar, die direkt in den sozia­len Medien geteilt wer­den kön­nen, aller­dings keine 52 Mega­pi­xel haben.

Die Inves­to­ren erhof­fen sich -wie man an dem Inves­ti­ti­ons­be­trag unschwer erken­nen kann- eine digi­tale Revo­lu­tion. Eine Kom­pakt­ka­mera die schär­fer schießt als jede Spie­gel­re­flex, da die Soft­ware das erste Mal wich­ti­ger ist als die Hard­ware. Tritt die­ser erhoffte Erfolg ein soll die zweite Gene­ra­tion der L16 diese Leis­tung auch mobil voll­brin­gen und somit schärfste Fotos auf dem End­ge­rät anzeigen.

Genial ist der Tie­fen­fo­kus. Dadurch, dass die Light L16 durch ihre ver­schie­de­nen Objek­tive jeden Teil des Bil­des fokus­siert kann im Nach­hin­ein auch ein spe­zi­el­ler Fokus aus­ge­wählt und somit nach Schie­ßen des Bil­des immer wie­der neu fest­ge­legt wer­den. Das war in die­ser Form so noch nie möglich.

Fazit

In Pra­xis­tests ist die Soft­ware immer wie­der an ihre Gren­zen gesto­ßen und konnte man­che Bil­der nicht ohne Feh­ler dar­stel­len. Das ist natür­lich fatal, wenn man den Fokus schon so stolz auf die Soft­ware legt. Da ist der Ver­kauf viel­leicht etwas zu früh gekom­men, doch laut Light wer­den diese Feh­ler in den nächs­ten Mona­ten so beho­ben wer­den, dass keine Kom­pli­ka­tio­nen mehr auftreten.

Zudem wei­gern sich alle gro­ßen Foto­her­stel­ler diese Tech­nik anzu­neh­men, da sie keine Zukunft in Soft­ware-domi­nier­ten Kame­ras sehen. Für den Preis von 2.000 Euro wird es die Light L16 zudem auch schwer auf dem Markt haben. Wir blei­ben also gespannt was die L16 errei­chen wird. Fakt ist, dass die Tech­nik bahn­bre­chend ist, ob sie sich des­halb durch­setzt ist noch nicht garantiert.