Iris Scan doch noch unsicher

Iris Scanner Samsung

Wie wir bereits berichtet haben, wird das neue Galaxy S8 von Samsung immer greifbarer. Nicht nur die technischen Daten stellen das Smartphone dabei als neues Flaggschiff der Südkoreaner heraus, auch die Entsperrtechnik sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Während Apple mit einer neuen ID-Touch-Technologie und einem Fingerabdruckscan über den kompletten Bildschirm arbeiten will, konzentriert sich Samsung auf einen sogenannten Iris Scan. Doch Berichten zufolge steht dieses Feature nun doch auf der Kippe.

Wie funktioniert der Iris Scan?

Besitzer der Samsung Note 7 können ein Urteil über den Iris Scan abgeben, denn in diesem Modell war die Technologie bereits verbaut. Untergegangen ist das allerdings durch das Akku-Debakel und die weltweite Rückrufaktion der Geräte. Somit war das Feature bisher nahezu unbeachtet und soll mehr Aufmerksamkeit bei der 8. Generation von Samsung geschenkt bekommen.

Die Technik beruht auf einem Infrarot-Licht und einer Iris-Kamera. Diese Kombination soll optimal das Muster der Regenbogenhaut um die Pupille lesen und wiedererkennen können- auch bei dunklen Lichtverhältnissen. Das Muster wird anschließend in eine Zahlenreihe (Einsen und Nullen) umgewandelt. Da jede Iris einzigartig ist erscheint dies als sicheres System. Dabei soll die Entsperrung zwar nur über eine gewisse Distanz möglich sein, allerdings sehr schnell das Gerät freischalten.

Algorithmus ist geheim

Ein komplizierter Algorithmus schneidet die Iris bei einem Scan durch die beiden Kameras aus. Dabei wurde auch an das Verdecken der Wimpern gedacht, die ebenfalls ausgeschnitten werden können. Das Datenwort, in das das Muster der Iris umgewandelt wird, kann bis zu 25% Abweichung ausweisen und gilt trotzdem als akzeptiert. Das Wimpern-Problem ist damit behoben. Denn nicht nur dieses Problem, sondern auch verschiedene Lichteinstrahlungen, Kontaktlinsen oder eine Brille lassen nicht immer das exakt gleiche Datenwort entstehen. Missbrauch durch eine andere Person soll dadurch trotzdem nicht so leicht geben (sonst hätte es ja keinen Sinn)- die Iris eines anderen Menschen weicht weit mehr ab als nur 25%.

Das klingt soweit nach einem ausgeklügelten Verfahren, was es zweifelsfrei ist. Doch nicht abzustreiten ist, dass ähnlich wie beim Fingerabdruck Scan kleine Tricks mit krimineller Energie das System aushebeln können. Die Technik ist damit noch am Anfang und weißt großes Potential auf. Ob das Galaxy S8 damit schon ohne Probleme trumpfen kann bleibt allerdings noch unklar und definitiv anzuzweifeln.

0,01 Sekunden Entsperrzeit unschlagbar

Die Gesichtserkennung ist schon etwas weiter in der Erforschung, was deren Entsperrzeit mit nur 0,01 Sekunden absolut unschlagbar macht. Während (noch) keine fundierten Daten für die Zeit des Iris Scanners vorliegen, scheinen 0,01 Sekunden nichts mehr entgegenzusetzen.

Es ist aber nicht nur die Schnelligkeit, auch die Sicherheit gegen gewollten Missbrauch ist unklar. In letzter Zeit sind viele Möglichkeiten öffentlich geworden, wie ein Fingerabdruck Scan austricksbar ist. Auch das biometrische Verfahren über die Iris bietet dabei nicht mehr Sicherheit und scheint ebenfalls austricksbar zu sein. Ein reiner Iris Scan zum Entsperren erscheint dadurch unlogisch.

Apple baut auf die Gesichtserkennung, worauf wohl auch Samsung mehr und mehr vertraut. Das hat einen einfachen Grund. Das ganze Gesicht bietet mehr biometrische Faktoren, die in der Kombination schwerer nachzuahmen sind als ein Fingerabdruck oder das Muster der Iris.

Entsperrung zu schnell

Beim Note 7 gab es mehrere Baustellen des Iris Scanners. Während die Sicherheit und die Schnelligkeit bereits angesprochen wurden, ist es nun noch der Komfort der häufig zu wünschen übrig ließ. Denn wollte man kurz auf den Sperrbildschirm schauen und hat das Handy vors Gesicht gehoben, konnte es passieren dass der Bildschirm zu schnell entsperrt wurde und kein kurzer Blick auf die Uhr möglich war. Jetzt kann man sagen, es ist uns nicht Recht zu machen. Eine Entsperung wie bei einem Zahlencode oder dem Fingerabdruck (also wann immer der Nutzer will) ist noch in weiter Ferne.

Es lässt sich sagen, dass grundsätzlich die Fehlerquote bei der Entsperrung einfach noch zu hoch ist. Andere Iriden konnten das Smartphone zwar nicht entsperren, die verschiedenen Gegebenheiten (Brille, Licht, Kontaktlinsen) konnte der Scanner allerdings nicht immer mit Bravour meistern.  

Was es nun genau wird und welche Entsperrmöglichkeiten das Samsung Galaxy S8 bietet bleibt noch offen- ein Fingerabdruck, Gesichts und Iris Scan erscheinen alle möglich und treten vermutlich in der Kombination auf. Der Nutzer wird dann entscheiden können, was ihm am meisten zusagt oder kann die Nutzung gar noch individueller einstellen.

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