Internetanbieter wechseln: So gehst Du vor

Viele Kunden vermeiden einen Wechsel ihres Internetanbieters. Sie sind froh, dass ihre Internetverbindung einigermaßen stabil funktioniert und befürchten, dass es beim Umstieg zu Problemen kommen könnte. Doch damit verzichten sie eventuell auch auf die Möglichkeit, einen wesentlich leistungsstärkeren Anschluss zu bekommen oder eine Menge Geld zu sparen. Die Angst ist jedenfalls unbegründet, denn ein Wechsel des Internetanbieters ist keine Raketenwissenschaft. Damit alles reibungslos funktioniert, sollten dabei allerdings ein paar wichtige Aspekte beachtet werden.

Warum überhaupt wechseln?

Ein wichtiger Grund, warum der bestehende Vertrag regelmäßig den aktuellen Tarifen gegenübergestellt werden sollte, ist eine mögliche Kostenersparnis. Vergleiche auf unabhängigen Plattformen im Internet zeigen, dass durch einen Wechsel des Internetvertrages jährlich rund 100 bis 200 Euro eingespart werden können.

Die Technik schreitet mit großen Schritten voran. Doch die bestehenden Verträge nehmen darauf oftmals keine Rücksicht. Das zeigt sich vor allem bei der Geschwindigkeit der Internetverbindung. Bereits Einsteiger-Tarife wie MagentaZuhause S bieten heutzutage 16 Mbit/s Downloadspeed. Wenn der alte Vertrag bereits seit einiger Zeit besteht, ist die Geschwindigkeit mit großer Wahrscheinlichkeit niedriger.

Wer sich im Internet nicht nur mit seinem Tablet über News informieren und seine Mails checken, sondern darüber hinaus auch Serien und Filme auf Netflix, Amazon und Disney streamen möchte, benötigt dafür eine Geschwindigkeit von mindestens 5 bis 10 Mbit/s. Für Inhalte in 4K-Auflösung sollte die Downloadrate in etwa bei 25 Mbit/s liegen. Kommt es ständig zu lästigen Unterbrechungen beim Binge-Watching, dann ist das ebenfalls ein triftiger Grund für einen Wechsel.

Viele benötigen eine leistungsstarke Internetverbindung, um daheim auf dem Gaming PC gegen Spieler aus aller Welt zu zocken. Hier kommt es nicht nur auf die Geschwindigkeit an, sondern vor allem auf die Latenzzeit. Damit ist die Verzögerung gemeint, die von der Eingabe am Gamepad bis zur Anzeige auf dem Bildschirm entsteht. Die Downloadrate sollte für das Gaming etwa 50 bis 100 Mbit/s betragen, die Latenzzeit sollte nach Möglichkeit unter 50 Millisekunden liegen.

Einen Wechsel sollten darüber hinaus auch all jene in Erwägung ziehen, die mit ständigen Ausfällen ihrer Internet-Verbindung konfrontiert sind. Vor allem, wenn dann auch noch der Kundenservice inkompetent oder erst nach Ewigkeiten in der Telefon-Warteschleife erreichbar ist. Es gibt also viele Gründe für den Wechsel. Die entscheidende Frage dabei lautet: Welcher Anbieter ist der Richtige?

Es ist ein Match! Einen neuen Anbieter finden.

Wer über einen DSL-Anschluss verfügt, dem stehen für den Wechsel grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter
  • Wechsel zu einem lokalen Glasfaser-Anbieter
  • Wechsel zum Kabel-Internet

Der Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter funktioniert ähnlich wie die Partnersuche. Mit der Hilfe von unabhängigen DSL-Tarifrechnern ist es sehr einfach, hier einen neuen DSL-Internet-Lebensabschnittspartner zu finden.

In den Grundeinstellungen werden dafür einfach die wichtigsten Parameter wie beispielsweise die eigene Vorwahl und die gewünschte Downloadrate eingetragen. Daraufhin werden die geeigneten und am eigenen Wohnort verfügbaren Tarife inklusive aller Vorteile und den monatlichen Kosten in einer Liste ausgegeben. In weiterer Folge kann der neue Tarif bei vielen Vergleichsportalen gleich direkt bestellt werden.

Glasfaseranschlüsse gelten als die Internetverbindung der Zukunft. Wer die technische Möglichkeit für einen Wechsel hat, sollte deshalb prüfen, ob das auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Vor allem, weil die Installation und die monatlichen Gebühren zum Teil noch sehr teuer sind.

Darüber hinaus schummeln die Marketing-Abteilungen einiger Anbieter bei dem Begriff und verkaufen auch VDSL-Verbindungen als Glasfaserleitung. Dabei handelt es sich bei VDSL jedoch nur um eine Brückentechnologie.

Wer von DSL auf Kabel wechselt, erzielt dabei oft deutlich höhere Geschwindigkeiten als über die Telefondose. Darüber hinaus gibt es bereits viele Tarife mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem die Kombi-Tarife der Anbieter in Verbindung mit TV-Angeboten können hier für eine echte Entlastung der Haushaltskasse sorgen.

Die größten Stolpersteine beim Anbieter-Wechsel vermeiden

Beim Wechsel des Internet-Anbieters machen viele Kunden immer wieder die gleichen Fehler. Einer der häufigsten davon ist beispielsweise, den Vertrag beim bisherigen Anbieter selbst zu kündigen. Denn daraufhin bestellt der Provider die Leitung einfach ab. Der neue Provider kann diese oftmals erst dann bestellen, wenn der Anschluss bereits abgeschaltet ist. Die Folge davon kann eine Unterbrechung von mehreren Tagen sein. Die Kündigung des bisherigen Anschlusses sollte deshalb immer im Zuge des neuen Vertragsabschlusses beim neuen Anbieter in Auftrag gegeben werden.

Bevor der alte Vertrag gekündigt wird, ist es wichtig, die genauen Kündigungsfristen zu checken. Denn nicht immer ist es von einem Tag auf den anderen möglich, die geschäftliche Verbindung mit dem alten Provider zu lösen. Jedenfalls sollte der Wechsel nicht von heute auf morgen, sondern mit einer Vorlaufzeit von mindestens zwei Monaten vor dem Vertragsende eingeplant werden. So ist genügend Zeit für den neuen Provider, den Anschluss rechtzeitig freizuschalten.

Wer seinen Internet-Anschluss beruflich benötigt, sollte für eventuelle Ausfälle beim Wechsel eine Notfall-Alternative zur Hand haben. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Datenpaket für das Mobiltelefon handeln. Oder um einen öffentlichen WLAN-Hotspot, der sich zuhause empfangen und nutzen lässt. Wer ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn hat, kann auch bei ihnen nachfragen, ob er deren WLAN-Netz für ein paar Tage mitverwenden darf.

Bei einem reinen Wechsel des DSL-Anbieters kommt in der Regel kein Techniker in die Wohnung. Die Arbeiten werden außerhalb der eigenen vier Wände von einem Mitarbeiter der Telekom vorgenommen. Anders sieht das aus, wenn es darum geht, beispielsweise den Telekom-Tarif von DSL auf Glasfaser oder Kabel umzustellen. Hier kommt der Techniker in der Regel in die Wohnung, um zu überprüfen, ob die Leitung wirklich bis zum Ende geschalten ist. In diesem Fall ist es also wichtig, beim angekündigten Termin auch tatsächlich zuhause zu sein.

Die Umschaltung des Anschlusses erfolgt zwar in den meisten Fällen bis zum späten Vormittag. Bis die Leitung tatsächlich freigeschalten wird und funktioniert, kann es aber ein paar Stunden dauern. Es bringt also nichts, die Hotline gleich unmittelbar nach der Umstellung zu kontaktieren, wenn der Anschluss nicht sofort funktioniert. Damit sollte zumindest bis zum nächsten Tag gewartet werden. In den meisten Fällen hat sich der Anruf dann ohnehin erübrigt.

Kommt es jedoch auch nach mehreren Tagen zu keiner Verbindung und zeigt sich der Kundenservice wenig hilfsbereit, kann es hilfreich sein, sich an die Bundesnetzagentur zu wenden. Diese wendet sich daraufhin an den alten und den neuen Anbieter und versucht, das Problem so rasch wie möglich zu lösen.

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